EINE WESTLICHE ART DER MEDITATION: DER ROSENKRANZ NEU ENTDECKT

David Button Bryan

Chicago: Loyola University Press, 1991

Unsere Zeit scheint weniger als begeistert zu sein über die Lehren und Institutionen der Religion, aber es gibt keinen Mangel an Interesse am Gebet, der Meditation und der Spiritualität. Die Glaubenskongregation hat dieses Interesse bemerkt und hat 1986 in ihrem Schreiben „Über einige Aspekte der christlichen Meditation“ einige Richtlinien herausgegeben.

Einige schauen in punkto Meditation nach Osten, vielleicht nicht wissend, dass im Westen der Rosenkranz sowohl als eine Einführung in als auch eine Methode des Gebetes und der Meditation gedient hat. David Burton Bryan ist ein Spezialist für nahöstliche Studien und biblische Sprachen und gibt überall Vorlesungen in Anthropologie, Spiritualität und Naturwissenschaften. Er bringt viele Interessen und die Begeisterung eines Konvertiten mit, da er den Rosenkranz nicht als eine Andachtsübung betrachtet, die nur auf Marienanhänger begrenzt ist, sondern als eine Gebetsmethode, die für alle Gläubigen nutzbringend ist.

Für Burton ist der Rosenkranz ein Symbol für das Gebet und die Meditation, die für das Leben eines jeden Christen notwendig sind. Er beginnt mit einigen Betrachtungen über die Natur des christlichen Gebetes und der Meditation, über das „Streben“ und „Erwarten,“ die als Lobpreis und Bitte Teil des christlichen Gebetes sind. Er gibt an, dass Gebete organisch, gemeinschaftlich und intuitiv sein müssen. Er bietet einige Vorschläge an, um den Rosenkranz als Ergänzung zu oder als Erweiterung der Eucharistie und dem Stundengebet zu verstehen.

Mehrere Male überdenkt er die fünfzehn traditionellen Geheimnisse des Rosenkranzes indem er jedes Mal ein bisschen weiter die Beziehung zu den individuellen Geheimnissen des täglichen Lebens ergründet. Jeder Rückblick auf ein Geheimnis umfasst Hinweise auf gegenwärtige Studien der Schrift, der Spiritualität und der Psychologie.

Was in seiner Arbeit fehlt, ist eine geschichtliche Perspektive, die den Rosenkranz als eine sich entwickelnde und anpassungsfähige Gebetsart zeigt. Erst in der nachtridentinischen Periode wurde er eine feststehende, unveränderliche Formel, wie sie von Bryan dargestellt wird. In ihrem Schreiben aus dem Jahre 1974 schlugen die amerikanischen Bischöfe vor, dass zusätzlich zu dem traditionellen Muster des Rosenkranzes „wir frei experimentieren können.“ Sie sagten, dass neue Geheimnisse möglich sind, die mit dem Geist der Liturgie abgestimmt sind. Wegen dieser Ermutigung ist der Rosenkranz eine reizvolle Gebetsart für viele geworden, die mit der traditionellen Form Schwierigkeiten hatten. Letztendlich sollte jeder Kommentar über den Rosenkranz eingedenk des Rates von Paul VI sein: „Wir empfehlen, dass dieses sehr lobenswerte Gebet nicht in einer Weise, die zu einseitig oder zu exklusiv ist, verbreitet wird. Der Rosenkranz ist ein ausgezeichnetes Gebet, aber der Gläubige sollte ihm gegenüber klar unabhängig sein. Seine innere Anziehungskraft sollte sie zu ruhigem Beten anziehen“ (Marialis Cultus 55).

Englischer Originaltext der Buchbesprechung von Thomas A. Thompson, S. M.


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