VII. MARIENVEREHRUNG

2. Formen der Marienfrömmigkeit

LUMEN GENTIUM 1964

Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel „Gottesgebärerin“ verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen (Sub tuum praesidium). 66

Alle Christgläubigen mögen inständig zur Mutter Gottes und zur Mutter der Menschen flehen..., dass sie bei ihrem Sohne Fürbitte einlege... 69

Die verschiedenen Formen der Verehrung der Gottesmutter, die die Kirche im Rahmen der gesunden und rechtgläubigen Lehre... anerkannt hat, bewirken... dass die Ehrung der Mutter des Sohnes... richtig erkannt... wird. 66

Die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr [Maria]..., die vom Lehramt empfohlen worden sind, sind hoch zu schätzen ... und was über die Verehrung der Bilder Christi, der seligen Jungfrau und der Heiligen festgesetzt wurde ehrfürchtig zu bewahren. 67

MENSE MAIO 1965

Der Monat Mai ist geradezu hierorts ein Monat, den die Volksfrömmigkeit schon lange Maria, der Muttergottes, geweiht hat.

... beim Gedanken an die bewegende Anerkennung des Glaubens und der Liebe, die bald der Königin des Himmels in jedem Eck der Erde abgestattet werden wird

in ihren Kirchen und ihren Häusern bringen sie der Muttergottes glühende und liebevolle Akte der Huldigung und der Verehrung dar.

Lasst unsere Gebete in diesem Monat von ihr zu Maria emporsteigen, um ihre Gnade und ihr Gefallen mit erhöhter Leidenschaft und Zuversicht zu erbitten. Versäumt es nicht, mit wiederholtem Nachdruck den Rosenkranz zu beten.

CHRISTI MATRI ROSARII 1968

Der Mutter Christi im Rosenkranz während des Monates Oktober gleichsam einen mystischen Strauß zu winden, gehört zu den Feiern des christlichen Volkes. Dem Vorbild unserer Vorgänger entsprechend heißen wir dieses Gebet gut und wir rufen dieses Jahr alle Söhne und Töchter der Kirche zu besonderen Bitten zur Mutter Gottes auf. 1

... dass sich die ganze Christenheit im Gebet an die Mutter Gottes, an die Königin des Friedens wende... 8

(Maria, Mutter der Kirche )... zur geistlichen Mutter der Kirche, zu ihr sollen wir innig und inständig beten. 8

Darum wünschen wir sehr, dass unter Eurer Führung, Anleitung und Ermunterung, Ehrwürdige Brüder, die gütigste Gottesmutter Maria – wie Wir schon angedeutet haben im Oktober durch das Rosenkranzgebet noch inniger angerufen werden. Entspricht doch diese Art zu beten dem gläubigen Sinn des Volkes Gottes. Er ist der Mutter Gottes willkommen und es ist wirksam zur Erlangung göttlicher Gnaden. 9

Das Zweite Ökumenische Vatikanische Konzil hat den Rosenkranz zwar nicht ausdrücklich, aber doch ganz klar den Gläubigen der Kirche mit dem Hinweis empfohlen, die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr (Maria), die im Laufe der Jahrhunderte vom Lehramt empfohlen wurden, hoch zu schätzen. 9

Solch fruchtbares Beten vermag Böses abzuwenden und Unglück zu verhindern... Darüber hinaus stärkt es das christliche Leben. 10

„Vor allem nährt es den katholischen Glauben, der durch die Betrachtung der heiligen Geheimnisse neu belebt wird und den Geist zu den göttlichen Wahrheiten erhebt“ (Pius XI, Enzyklika Ingravescentibus Malis 29. September, 1937; AAS Ser. II, 4, 1937, p. 378 ). 10

SIGNUM MAGNUM 1967

Anlässlich der religiösen Feiern, die zu dieser Zeit zu Ehren der Jungfrau und Gottesmutter in Fatima (Portugal) stattfinden, wo sie von unzähligen Gläubigen wegen ihres „mütterlichen und barmherzigen Herzens“ verehrt wird, möchten wir die Aufmerksamkeit aller Söhne der Kirche auf sie richten... (Radioansprache von Pius XII an das portugiesische Volk während den Fatima – Feiern, 13. Mai. 1946 : AAS 38 (1946 ) Eine goldene Krone wurde im Namen des Heiligen Vaters auf die Marienstatue gesetzt.

Indem sie in der Tat andächtig Maria betrachten, werden die Christen zu einem vertrauensvollen Gebet, zum Buße tun und zu dem Entwickeln der Gottesfurcht angespornt (Verbindung zur Botschaft von Fatima ohne es so zu nennen) Pius XII... weihte feierlich die Kirche und die ganze Menschheit dem Unbefleckten Herzen Marias.

(Paul VI) wiederholte dies Weihe am 21. November, 1964. Wir fordern alle Glieder der Kirche auf, sich selbst erneut dem Unbefleckten Herzen Marias zu weihen...

RECURRENS MENSIS OCTOBER 1969

Der Rosenkranz ist eine Gebetsform, die zurecht der katholischen Frömmigkeit lieb und teuer ist und die nichts von ihrer Bedeutung inmitten der Schwierigkeiten von heute verloren hat. 1

Der heilige Pius V gab dem Rosenkranz eine Form, die für alle Zeiten angemessen ist. 3

Getreu seines heiligen Erbes (das Beten des Rosenkranzes), aus dem das christliche Volk niemals aufgehört hat, Kraft und Mut zu beziehen, mahnen Wir die Geistlichkeit und die Gläubigen von Gott durch die Fürsprache der Jungfrau Marias aufrichtig Frieden und Versöhnung zwischen allen Menschen und zwischen allen Völkern zu erbitten. 3

Wenn jeder, „soviel und so gut er kann“ (Populorum Progressio 75) für Gerechtigkeit und den Frieden auf der Welt arbeiten muss, dann wird es jeder Christ im Innersten haben, Maria darum zu bitten, mit uns und für uns zu beten, so dass der Frieden, den alleine der Herr geben kann, uns gewährt sein möge. 9

Wenn wir die Geheimnisse des heiligsten Rosenkranzes meditieren, lernen wir außerdem durch das Beispiel Marias durch die liebevolle und unaufhörliche Verbindung mit Jesus und den Geheimnissen seines erlösenden Lebens zu friedvollen Seelen zu werden. 9

Möge der in der vom Hl. Pius V. überlieferten Form des Rosenkranzes - ebenso wie in anderen Formen, die sich ihr anpassen, mit der Zustimmung der der gesetzlichen Autorität den heutigen Anforderungen - in der Tat sein wie unsere geliebter Vorgänger Johannes XXIII gewünscht hat ein großes öffentliches und universales Gebet für die ordentlichen und außerordentlichen Bedürfnisse der heiligen Kirche, der Völker und der ganzen Welt.“ (Il religiose convegno 29. September, 1961. AAS 53 (1961 : 646 ). Denn dieser Rosenkranz ist gewissermaßen „eine Zusammenfassung des Evangeliums“ (Kardinal J. G. Saliege. Voila ta mere. Toulouse: Apostolat de la priere, 1958, 40) und von nun an eine Verehrung der Kirche (vgl. Paul VI, Ansprache an die Teilnehmer des Dritten Internationalen Dominikanischen Rosenkranzkongresses, 13. Juli, 1963: Isaegamenti di Paolo VI, I (1963) : 464 ). 15

Durch dieses Gebet an Maria, der heiligsten Gottesmutter und unserer Mutter, helfen wir den Wunsch des Konzils zu verwirklichen: „Lasst alle gläubigen Christen eindringliche Gebete der Muttergottes und der Mutter der Menschen darbringen, damit sie bei ihrem Sohn in der Gemeinschaft aller Heiligen Fürsprache halten möge, bis die ganze Völkerfamilie - egal ob sie den verehrten Namen des Christen tragen möge oder noch nicht ihren Erlöser kennt - in einem einzigen Gottesvolk freudvoll in Frieden und Harmonie zur Herrlichkeit der heiligsten und unzertrennbaren Dreifaltigkeit vereint sein möge.“ (LG 69) 16

... indem wir euch einladen den Rosenkranz mit Leidenschaft während dieses Oktobermonates zu beten 17

MARIALIS CULTUS 1974

Die Wandlungen, die sich in unserer Zeit im gesellschaftlichen Leben, im Emfinden der Völker, in den Ausdrucksformen der Literatur und der Kunst, wie auch in den Formen der Massenmedien vollzogen haben, sind auch nicht spurlos an den Äußerungen des religiösen Lebens vorüber gegangen. Bestimmte kultische Übungen, die in einer nicht allzu fernen Vergangenheit geeignet schienen, das religiöse Empfinden der einzelnen wie der christlichen Gemeinschaften zum Ausdruck bringen, erscheinen heute ungenügend oder ungeeignet, weil gebunden an sozial – kulturelle Schemen der Vergangenheit, während man heute größtenteils neue Ausdrucksformen sucht für die unveränderliche Beziehung der Geschöpfe zu ihrem Schöpfer, der Kinder zu ihrem Vater. Das kann bei einigen vorübergehendes Befremden auslösen. Wer aber in vertrauensvollem Aufblick zu Gott über solche Gegebenheiten nachdenkt, entdeckt viele Bestrebungen der heutigen Frömmigkeit – zum Beispiel die Verinnerlichung des religiösen Lebens – dazu angetan sind, für die Entfaltung der christlichen Frömmigkeit im allgemeinen und der Verehrung der Allerseligsten Jungfrau im besonderen beizutragen. (Einleitung)

(Formen, die im Stundengebet gefunden werden : Hymnen, Antiphone, das Gebet Sub tuum praesidium, Gebete als Fürbitten bei der Laudes und der Vesper, Gebete, die häufig die vertauensvolle Zuflucht zur Gnadenmutter zum Ausdruck bringen, Auswahlen aus dem riesigen Schatz an Schriften über Unsere Liebe Frau, die durch Autoren der ersten christlichen Jahrhunderte, des Mittelalters und der modernen Zeit verfasst wurden). 13

Das Zweite Vatikanische Konzil aber legt nahe, neben dem liturgischen Kult andere Formen der Frömmigkeit zu fördern, vor allem jene, die vom Lehramt der Kirche empfohlen sind (LG 67). Wie jedoch bekannt ist, hat die Verehrung der Gläubigen zur Gottesmutter entsprechend den örtlichen und zeitlichen Verhältnissen der verschiedenen Mentalität der Völker und ihrer unterschiedlichen kulturellen Überlieferung vielfältige Formen angenommen. Daraus ergibt sich, dass die Formen, in denen sich eine solche Frömmigkeit äußerte und die dem Wechsel der Zeit unterliegen, einer Reform bedürftig erscheinen, die es erlaubt, die überholten Elemente zu ersetzen, die unvergänglichen Elemente als wertvoll herauszustellen und die wissenschaftlichen Ergebnisse, die durch die theologischen Studien erarbeitet und vom kirchlichen Lehramt vorgelegt wurden, zu berücksichtigen. 24

Es ist vor allem sehr angemessen, dass die Andachtsübungen zur seligen Jungfrau Maria den trinitarischen und christologischen Charakter zum Ausdruck bringen, der ihnen wesentlich innewohnt. Denn der christliche Kult ist seiner Natur nach ein Kult, der dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist erwiesen wird, oder besser wie sich die Liturgie ausdrückt, dem Vater durch Christus im Heiligen Geist. In dieser Sicht bezieht sich der Kult berechtigterweise wenn auch wesentlich verschieden in erster Linie auf die Mutter des Herrn und dann auf die Heiligen... 25

Es ist sodann notwendig, dass die Andachtsübungen, mit denen die Gläubigen ihre Verehrung zur Mutter des Herrn bekunden, deutlich zum Ausdruck bringen, die ihr in der Kirche zukommt, „die nach Christus den höchsten Platz einnimmt und doch uns besonders nahe ist“ (LG 54). Abschließend unterstreichen Wir erneut die Notwendigkeit, dass die Verehrung, die der Seligen Jungfrau erwiesen wird, ihren inneren kirchlichen Gehalt deutlich zum Ausdruck bringt, sich einer Kraft zu bedienen, die fähig ist, Formen und Texte auf ersprießliche Weise zu erneuern. 28

Wir halten es für nützlich, die Aufmerksamkeit auf einige irrige kultische Ausdrucksformen zu lenken. Das Zweite Vatikanische Konzil hat bereits die Übertreibung im Inhalt oder in der Form, die zu einer Verfälschung der Lehre führen, als auch jene Engherzigkeit des Geistes, die die Gestalt und die Sendung Mariens verdunkelt, autoritativ aufgezeigt. Sodann auch einige kultische Abweichungen: so die eitle Leichtgläubigkeit, die das ernsthafte Bemühen durch ein leichtfertiges Vertrauen auf rein äußerliche Praktiken ersetzt. Eine andere Abweichung stellen die unnützen und flüchtigen Gefühlsbewegungen dar, die dem Charakter des Evangeliums so fremd sind, das beharrliche und tätige Werke verlangt (LG 67). Diese Abweichungen stehen nicht im Einklang mit dem katholischen Glauben und dürfen deshalb auch nicht im katholischen Kult fortbestehen. Der wachsame Schutz vor diesen Irrtümern und Fehlentwicklungen wird den Marienkult kraftvoller und echter machen: fest in seinem Fundament, weshalb in ihm das Studium der Offenbarungsquellen und die Beobachtung der Dokumente des Lehramtes vor einer übertriebenem Suche nach Neuem oder nach außergewöhnlichen Ereignissen den Vorrang haben. Es will versichern, dass dieser Kult in seiner geschichtlichen Einordnung objektiv ist und dass aus diesem Grunde alles,was offensichtlich legendär oder falsch ist, eliminiert werden muss. Es will versichern, dass dieser Kult dem Inhalt der Lehre entspricht, woraus sich die Notwendigkeit ergibt, einseitige Darstellungen der Gestalt Mariens zu vermeiden, die, weil sie über die Maßen ein bestimmtes Element betonen, die Gesamtheit des biblischen Bildes gefährden Es wird diesen Kult klar in seinen Motivierungen machen, weshalb mit aller Sorgfalt vom Heiligtum jedes nichtige Interesse ferngehalten werden muss. 38

Zwei religiöse Übungen werden empfohlen: Der Angelus und das Rosenkranzgebet. 40-55

Angelus: Unsere Ausführungen zum „Engel des Herrn“ wollen nur eine einfache aber dringende Ermahnung sein, ihn weiterhin zu beten, wo und wann es möglich ist ( Erklärung darüber, was er ist und warum er nicht geändert werden muss). ... die Ausrichtung auf das österliche Geheimnis, weshalb wir der Menschwerdung des Sohnes Gottes gedenken, darum bitten, „durch sein Leiden und sein Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“ geführt zu werden (Messe vom 25. März, die anstatt der Rezitation des Angelus gebraucht werden kann ). ... für den größten Teil der Menschen bleiben auch jene charakteristischen Augenblicke des Tages - Morgen, Mittag, Abend. unverändert (um ihn zu beten). 41

Der heilige Rosenkranz: 42-55

Abriss des ganzen Evangeliums: 42

Paul VI: Publikationen, die den Rosenkranz bestätigen; seine erste Generalaudienz, 13. Juli, 1963; Christi Matri, 15. September, 1966; Recurrens mensis, 7. Oktober 1969 (Vierhundertjahrfeier des Apostolischen Schreibens Consueverunt Romani Pontifices)... erläutert darin die traditionelle Form des Rosenkranzes) 43

pastorale Rolle des Rosenkranzes: Tagungen, die von Vereinigungen und Menschen veranstaltet wurden, denen die Verehrung des Rosenkranzes sehr am Herzen liegt und an denen Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien teilgenommen haben und einen anerkannten kirchlichen Sinn haben

- besondere Erwähnung der Dominikaner

Forschung der Geschichtswissenschaftler,... um die ursprüngliche Idee, die anfängliche Kraft, die wesentliche Struktur aufzufinden.

...biblischer Charakter des Rosenkranzes ist in hellerem Licht erschienen, insofern er vom Evangelium die Aussage der Geheimnisse und seine hauptsächlichen Formeln nimmt. Er inspiriert sich am Evangelium, um dem Gläubigen... die Haltung nahezubringen (Freude, fromme Zustimmung), in der er ihn beten soll. Er stellt ein grundlegendes Geheimnis vor... die Menschwerdung des Wortes. Der Rosenkranz ist also ein biblisches Gebet, wie ihn heute vielleicht mehr als in der Vergangenheit die Seelsorger und Gelehrten mit Vorliebe zu nennen pflegen. 44

Die harmonische Folge der Heilsereignisse 45

Die christologische Ausrichtung des Rosenkranzes 46

Der Wert des Rosenkranzes als Gebetsform des Lobpreises, der Fürbitte und besonders der Betrachtung. 47

Das Verhältnis zwischen der Liturgie und dem Rosenkranz. Einerseits wurde hervorgehoben, wie der Rosenkranz gleichsam ein Sproß sein soll, der aus dem jahrhundertealten Stamm der christlichen Liturgie erwächst, ein „Psalter der Jungfrau,“ mit dem sich die einfachen Gläubigen dem Lobpreis und dem universalen Fürbittgebet der Kirche anschließen (enthält die Aussage beides wert zu schätzen aber nicht die Formen miteinander zu vermischen z. B. nicht den Rosenkranz während der Liturgie zu beten). In der Tat kann die Betrachtung der Geheimnisse des Rosenkranzes, indem er die Geheimnisse Christi dem Geist und dem Herzen der Gläubigen vertraut macht, eine sehr gute Vorbereitung auf deren Feier in der Liturgie darstellen und nachher ihr anhaltender Widerhall werden. Es ist jedoch ein Irrtum, der leider immer noch mancherorten fortbesteht, den Rosenkranz während der liturgischen Handlung zu beten. 48

Elemente des Rosenkranzes:

- Betrachtung in Gemeinschaft mit Maria einer Reihe von Heilsmysterien... drei Zyklen... die Freude der messianischen Zeit, das Erlöserleiden Christi und die die Kirche erfüllende Herrlichkeit des Auferstandenen..., die ihrer Natur nach zu praktischen Überlegungen und zu verpflichtenden Lebensnormen führt; dem Gebet des Herrn oder das Vater unser, die litaneiartige Aufeinanderfolge des Ave Maria... stellt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Psalterium dar. 50

Die Gebetsformen nehmen ihre Inspiration aus dem Rosenkranz …, da sie ihn in die Lesung biblischer Texte eingeordnet... (Hymnen, Meditationen). 51

Dringende Empfehlung des Familienrosenkranzes. 52

Empfehlung, in der Familie das Stundengebet zu beten. 53

Nach dem Stundengebet muss jedoch ohne Zweifel der Rosenkranz als eines der hervorragendsten und wirksamsten „Gemeinschaftsgebete“ angesehen werden, das zu beten die christliche Familie eingeladen ist. 54

Der Rosenkranz ist ein hervorragendes Gebet, dem gegenüber sich jedoch der Gläubige innerlich frei fühlen soll, indem er vor allem durch seine innere Schönheit dazu geführt wird, ihn in gesammelter Ruhe zu beten. 55

REDEMPTOR HOMINIS 1979

Einladung zum Gebet: Dann ist es mein Wunsch, das man in diesem Gebet verharrt, vereint mit Maria, der Mutter Jesu, so wie die Apostel und die Jünger des Herrn nach seiner Himmelfahrt im Abendmahlssaal von Jerusalem verharrten. Ich bitte vor allem Maria, die himmlische Mutter der Kirche, sie möchte während dieses Gebetes im neuen Advent der Menschheit bei uns bleiben, dir die Kirche bilden, den Mystischen Leib ihres eingeborenen Sohnes. Schlussabschnitt

EPHESUS zum 1550. JAHRESTAG 1981

So wird uns die feierliche Pfingstliturgie in der Marienbasilika Roms zusammenführen, damit durch diesen Akt in besonderer Weise in Erinnerung gerufen werde, dass die Apostel im Abendmahlssaal einmütig im Gebet verharrten, „zusammen mit... Maria, der Mutter Jesu...“ und sich so auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereiteten (Apg 1, 14). In ähnlicher Weise wollen auch wir an jenem so wichtigen Tag einmütig im Gebet verharren, zusammen mit derjenigen, die - nach den Worten der Dogmatischen Konstitution des II. Vatikanums über die Kirche - als Gottesmutter „der Typus der Kirche unter der Rücksicht des Glaubens, der Liebe und der vollkommenen Einheit mit Christus (ist)“ (LG 63). 11

Im Gebet mit Maria vereint und voller Vertrauen zu ihr stellen wir so die Kirche und ihre Sendung unter allen Völkern der Erde heute und morgen der Kraft des Heiligen Geistes anheim. 11

Als die Jünger am Pfingsttag zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, im Gebet vereint waren, wuchs in ihnen die Überzeugung, dass sie diesen Auftrag durchführen können in der Kraft des Heiligen Geistes, der nach Vorhersage des Herrn auf sie herab gekommen war (vgl Apg 1, 8). An diesem gleichen Feiertag wollen wir, ihre Erben, uns im selben Akt des Glaubens und des Gebetes zusammenschließen. 11

REDEMPTORIS MATER 1987

„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ (vgl Lk 1, 40- 42). Dieser preisende Ausruf Elisabets sollte dann als Fortsetzung des Grußes des Engels in das Ave Maria eingehen und so zu einem der am häufigsten gesprochenen Gebete der Kirche werden. 12

(Siehe 30-34: Diskussion der reichen Hinterlassenschaft der liturgischen Ausdrucksformen, der Dichtung, der Hymnen, der Heiligenbilder usw. in den Kirchen des Ostens).

- Im Laufe der Jahrhunderte haben sie ihre ganze geistliche Einstellung durchdrungen und in ihnen eine tiefe Verehrung für die „Hochheilige Mutter Gottes“ hervorgerufen. 32

- Zweites Ökumenisches Konzil von Nizäa (787) hat beschlossen, dass man nach der Lehre der Väter und der allgemeinen Tradition der Kirche zusammen mit dem heiligen Kreuz auch die Bilder der Muttergottes, der Engel und der Heiligen in den Kirchen sowie in den Häusern und an den Straßen den Gläubigen zur Verehrung anbieten dürfe.

- Maria ist der Thron Gottes, der den Herrn trägt und ihn den Menschen schenkt (Theotokos) ... oder der Weg, der zu Christus führt und auf ihn hinweist (Odigitria)

- Maria ist eine betende in fürbittender Haltung und als Zeichen der Gegenwart Gottes auf dem Pilgerweg der Gläubigen bis zum Tag des Herrn (Deisis) oder Schirmherrin, die ihren Mantel über die Völker breitet (Pokrov).

- oder sie ist die barmherzige und mitfühlende Jungfrau (Eleousa). Gewöhnlich ist sie zusammen mit ihrem Sohn dargestellt, mit dem Jesuskind auf dem Arm: Die Beziehung zum Sohn verherrlicht ja die Mutter. Zuweilen umarmt sie ihn liebevoll (Glykofilousa); manchmal scheint sie ernst und erhaben der Betrachtung dessen hingegeben, der der Herr der Geschichte ist (vgl. Offb 5, 9-14).

Unsere Liebe Frau von Wladimir: In ihm leuchtet die Jungfrau auf als das Abbild der göttlichen Schönheit, als Sitz der ewigen Weisheit, als Vorbild des betenden Menschen, als Urbild der Kontemplation, das Bild der Herrlichkeit: diejenige, die seit ihrem irdischen Leben ein geistliches Wissen besaß, das menschlichem Denken unzugänglich ist, und die durch den Glauben eine noch tiefere Erkenntnis erlangt hat. Ferner erinnere ich an die Ikone von der Jungfrau im Abendmahlssaal, mit den Aposteln im Gebet versammelt in Erwartung des Heiligen Geistes: Könnte sie nicht gleichsam das Zeichen der Hoffnung für all diejenigen werden, die in brüderlichem Dialog ihren Glaubensgehorsam vertiefen möchten? 33

(Magnifikat).. seine tägliche Wiederholung in der Vesperliturgie und in so vielen anderen Momenten persönlicher wie gemeinschaftlicher Frömmigkeit. 35

Aus diesem Grund wird Maria mit Recht „von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. Schon seit ältesten Zeiten wird... (sie) unter dem Titel der 'Gottesgebärerin' verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen“ (LG 66). 42

Zu Füßen des Kreuzes hat jene besondere vertrauensvolle Hingabe des Menschen an die Mutter Christi ihren Anfang, die dann in der Kirche auf verschiedene Weise vollzogen und zum Ausdruck gebracht worden ist. 45

Vertrauen ist die Antwort auf die Liebe einer Person und im besonderen auf die Liebe der Mutter. 45

Die marianische Dimension im Leben eines Jüngers Christi kommt in besonderer Weise durch ein solch kindliches Vertrauen zur Muttergottes zum Ausdruck, wie es im Testament des Erlösers auf Golgota seinen Ursprung hat. Indem der Christ sich wie der Apostel Johannes Maria kindlich anvertraut, nimmt er die Mutter Christi „bei sich“ auf und führt sie ein in den gesamten Bereich seines inneren Lebens, das heißt in sein menschliches und christliches „Ich“: Er nahm sie zu sich. Auf diese Weise sucht er in den Wirkungskreis jener 'mütterlichen Liebe' zu gelangen, mit der die Mutter des Erlösers 'Sorge für die Brüder ihre Sohnes trägt' (LG 62), 'bei deren Geburt und Erziehung sie mitwirkt' nach dem Maß der Gnadengabe, die jeder durch die Kraft des Geistes Christi besitzt. 45

Ausrufung eines Marianischen Jahres von Pfingsten, 7. Juni 1987 - Aufnahme Marias in den Himmel. 15. August 1988. Absicht :... soll dazu dienen auch all das erneut und vertieft zu bedenken, was das Konzil über die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria im Geheimnis Christi und der Kirche gesagt hat... hierbei geht es nicht nur um die Glaubenslehre sondern auch um das Glaubensleben und folglich auch um die echte „marianische Spiritualität,“ wie sie im Licht der Tradition sichtbar wird, und insbesondere um die Spiritualität, zu der uns das Konzil ermutigt. (LG 66- 67 )... Darüber hinaus findet die marianische Spiritualität, ebenso wie die entsprechende Marienverehrung, eine überaus reiche Quelle in der geschichtlichen Erfahrung der Personen und der verschiedenen Gemeinschaften, die unter den verschiedenen Völkern und Nationen auf der ganzen Erde leben. In diesem Zusammenhang erinnere ich unter den vielen Zeugen und Meistern einer solchen Spiritualität gern an die Gestalt des des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, der den Christen die Weihe an Christus durch die Hände Marias als wirksames Mittel empfahl, um die Taufverpflichtungen treu zu leben. Mit Freuden stelle ich fest, dass es auch in unseren Tagen neue Zeichen dieser Spiritualität und Frömmigkeit gibt. 49

Schluss: (baut auf Antiphon Alma Redemptoris Mater):

„Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels und Stern des Meeres, komm hilf deinem Volk, das sich müht, vom Falle aufzustehn. Du hast geboren, der Natur zum Staunen, deinen heiligen Schöpfer!“

Im Zentrum dieses Geheimnisses, im Mittelpunkt dieses gläubigen Staunens steht Maria. 51

BRIEF AN DIE PRIESTER ZUM GRÜNDONNERSTAG 1988

Wegen dieses Vorbildes – ja, wegen des Urbildes, das die Kirche in Maria findet, ist es notwendig, dass unsere priesterliche Entscheidung für das Zölibat ein ganzes Leben lang auch in ihrem Herzen einen Platz finden sollte. Wir müssen zu dieser Jungfrau Mutter Zuflucht suchen, wenn wir entlang unseres gewählten Weges auf Schwierigkeiten stoßen. Mit ihrer Hilfe müssen wir ein immer tieferes Verständnis dieses Weges anstreben, eine immer vollständigere Bejahung von ihm in unseren Herzen. Schließlich muss in der Tat in unserem Leben diese Vaterschaft „gemäß dem Geist“ entwickelt werden, die eines der Ergebnisse ist, „dass wir um des Königreich Gottes Willen uns selbst zum Eunuchen machen.“ 5

Als er vom Kreuz auf Golgota sprach, sagte Jesus zu dem Jünger: „Siehe da, deine Mutter.“ Und der Jünger nahm sie als Mutter zu sich. Lasst uns auch Maria als Mutter in das Innere unseres Priesteramtes nehmen. 6

Durch dieses Opfer kommen auch wir als ihre sakramentalen Spender zusammen mit all jenen, denen wir durch unsere Feier dienen fortwährend mit dem entscheidenden Augenblick dieses geistigen Kampfes in Berührung, der nach den Büchern der Genesis und der Offenbarung mit der Frau verbunden ist. In diesem Kampf ist sie mit dem Erlöser völlig vereint. Und deshalb vereint uns unser priesterliches mit ihr, mit ihr, die die Mutter des Erlösers und das Vorbild der Kirche ist. Auf diese Weise bleiben alle mit ihr in diesem geistigen Kampf vereint, der während des ganzen Laufes der menschlichen Geschichte stattfindet. 7

DIE JUNGFRAU MARIA IN DER INTELLEKTUELLEN UND GEISTIGEN AUSBILDUNG 1988

(Nach konziliares Interesse an) der Beurteilung seiner liturgischen Ausdrucksform und seiner vielfachen Äußerungsform der Volksfrömmigkeit und eine vertiefende Würdigung ihrer gegenseitigen Beziehung. 13

- das Problem der Inkulturation der marianischen Doktrin und Formen der Marienfrömmigkeit;

- der Wert der via pulcritudinis für das Fortschreiten im Verständnis Marias und das Leistungsvermögen der Jungfrau, die höchsten Ausdrucksformen der Dichtkunst und der Bildenden Kunst anzuspornen. 16

Das Studium der Mariologie hält als seinem obersten Ziel an einer Aneignung einer gesunden marianischen Spiritualität fest, an einem wesentlichen Aspekt der christlichen Spiritualität. Auf diesem Pilgerweg zum Maß der Gestalt der Vollkommenheit Christi (Eph 4, 13 ), die Sendung kennend, die Gott der Jungfrau in der Heilsgeschichte und im Leben der Kirche anvertraut hat, nimmt der Christ sie als „Mutter und Lehrerin des geistigen Lebens an“ (vgl. Marialis Cultus, 21; Collectio missarum de b. Maria Virgine, Form 32); mit ihr und wie sie bringt er in seiner Existenz im Lichte der Menschwerdung und von Ostern eine entscheidende Ausrichtung gegenüber Gott durch Christus im Geiste zum Ausdruck, um durch sein Leben in der Kirche die radikale Botschaft der Guten Nachricht, insbesondere das Gebot der Liebe (vgl Joh 15, 12 ) zum Ausdruck zu bringen. 35

BRIEF AN ALLE GOTTGEWEIHTEN PERSONEN. MARIANISCHES JAHR 1988

Die Teilhabe an der gesamten Entwicklung der Verehrung der Kirche an Maria wird als ein wesentliches Ergebnis des Marianischen Jahres verschiedene Formen und Ausdrucksformen bringen, die nach der besonderen Berufung eines jeden Institutes und seiner Ergiebigkeit, die sich auf die Treue eines jeden Institutes seiner ganz bestimmten Begabung verlässt.  

Die Kirche, die in diesem besonderen Gnadenjahr auf Maria schaut, ist sowohl besonders andächtig gegenüber der reichen Tradition des kontemplativen Lebens als auch achtungsvoll... Die Selige Jungfrau hatte eine so intensive spirituelle Fruchtbarkeit, dass sie sie zur Mutter der Kirche und der Menschheit machte. In Stille und in unaufhörlicher Zuwendung zum Wort Gottes und durch ihre vertraute Vereinigung mit dem Herrn wurde Maria ein Werkzeug der Erlösung an der Seite ihres göttlichen Sohnes, Jesus Christus.

Alle Ordensmänner und -frauen, die sich dem apostolischen Leben, der Evangelisation und den Werken der Liebe und der Barmherzigkeit hingegeben haben, werden in Maria ein Vorbild der Liebe gegenüber Gott und den Menschen finden. Wenn sie diesem Vorbild mit großherziger Treue folgen, werden sie erfolgreich auf die Bedürfnisse der Menschheit reagieren, die an einem Mangel an Sicherheit, an Wahrheit und einem Gespür für Gott leidet.

Es ist eine Menschheit, die das Leid der Ungerechtigkeit, der Diskriminierung. der Unterdrückung, der Kriege und des Hungers kennt. Mit Maria wollen die Ordensleute an der Notlage ihrer Brüder und Schwestern teilnehmen und der Kirche in ihrer Bereitschaft zu helfen für die Erlösung der Menschheit zu Diensten zu sein, die sie heute auf ihrer Reise antrifft.

Alle Mitglieder der Säkularinstitute, die ihr tägliches Leben innerhalb der verschiedenen Gesellschaftsschichten leben, haben in Maria ein Vorbild und eine Hilfe, um mit den Menschen, mit denen sie auf der Welt ihr Leben teilen, einen Sinn der Harmonie und Schönheit einer menschlichen Existenz anzubieten, der umso größer und freudevoller ist, je mehr sie Gott geöffnet ist. Dies wird das Loblied sein, zudem die Menschheit wie Maria fähig ist, es zu Gott emporzuschicken, indem sie ihn als allmächtig und barmherzig anerkennt.

Ganze Völker und selbst Kontinente versammeln sich bei den Marienheiligtümern, ganz abgesehen von der Tatsache, dass einzelne Christen ihr eigenes „internes“ Heiligtum besitzen, in dem Maria ihr Wegweiser entlang des Weges des Glaubens, der Hoffnung und der liebevollen Vereinigung mit Christus ist (LG 63, 68).

Die Orden, die Kongregationen und Institute haben mit ihrer manchmal jahrhundertelangen Erfahrungen oft ihre eigenen Heiligtümer. Dies sind Orte der Gegenwart Marias, die mit ihrer eigenen Spiritualität und selbst der Geschichte ihres Lebens und der Sendung in der Kirche verbunden sind, Diese „Orte erinnern an die besonderen Geheimnisse der Gottesmutter, ihre Fähigkeiten, die Ereignisse ihres Lebens, die Zeugnisse der geistigen Erfahrungen der Gründer oder die Bekundungen ihres Charismas, das damals der ganzen Gemeinschaft abgegeben wurde.

Versucht während dieses Jahres besonders an den „Orten“ in den „Heilig tümern“ anwesend zu sein. Schaut auf sie um neue Kraft, nach Wegen zu einer authentischen Erneuerung eures geweihten Lebens auf die richtige Ausrichtung und die Form eures Apostolates. Sucht in ihnen eure Identität wie jener Hausverwalter, jener weise Mann, der „der von seinem Schatz das heraus trägt, was neu und was alt ist“ (Vgl. Mt 13, 52).

Ja, strebt durch Maria nach geistiger Lebenskraft, verjüngt euch mit ihr. Betet um Berufungen. „Was er euch sagt, das tut,“ wie die Jungfrau in Kana in Galiläa gesagt hat (vgl Joh 2, 5). Maria, die mystische Braut des Heiligen Geistes und auch unsere Mutter wünscht dies von euch und für euch. In der Tat empfehle ich euch dringend, diesem Wunsch Marias mit einem Gemeinschaftsakt der Weihe zu antworten, der genau „die Antwort auf die Liebe einer Mutter“ (RM 45).

Während dieses Marianischen Jahres vertraue auch ich aus ganzem Herzen jeden von euch ihr an sowie auch eure Gemeinschaften, und ich segne euch im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

MULIERIS DIGNITATEM 1988

Im Marianischen Jahr möchte die Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit für das „Geheimnis der Frau“ und für jede Frau Dank sagen – für das, was das ewige Maß ihrer weiblichen Würde ausmacht, für die „großen Taten Gottes,“ die im Verlauf der Generationen von Menschen in ihr und durch sie geschehen sind. Hat sich schließlich nicht in ihr und durch sie ereignet, was zum Großartigsten in der Geschichte des Menschen auf Erden gehört – die Menschwerdung Gottes selbst? 31

REDEMPTORIS CUSTOS 1989

Im eucharistischen Opfer ehrt die Kirche zunächst das Gedächtnis der seligen immerwährenden Jungfrau Maria aber auch des heiligen Josef, weil er den ernährt hat, den die Gläubigen als Brot des ewigen Lebens essen sollten. 16

In der Liturgie wird Maria als die gefeiert, „die durch ein Band ehelicher und jungfräulicher Liebe mit Josef, einem gerechten Mann, verbunden ist.“ Es handelt sich tatsächlich um zwei Weisen der Liebe, die gemeinsam das Geheimnis der Kirche als Jungfrau und Braut darstellen, die in der Ehe von Maria und Josef ihr Symbol findet. 20

VERITATIS SPLENDOR 1993

O Maria Mutter der Barmherzigkeit, wache über alle, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird, damit der Mensch nicht vom Weg des Guten abirrt nicht das Bewusstsein für die Sünde verliert. damit er wächst in der Hoffnung Gottes, der „voll Erbarmen“ ist (Eph 2, 4), damit er aus freiem Entschluss die guten Werke tut, die von Ihm im voraus bereitet sind (vgl. Eph 2, 10) und damit er so mit seinem ganzen Leben „zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt sei“ (Eph 1, 12). 120

KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE 1994 FIDEI DEPOSITUM 1992

Das ura. Es bringt ein Thema zum Ausdruck, das im Zentrum des christlichen Glaubens liegt: das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes, aus der Jungfrau Maria.

Zur Linken sieht man die Gestalt eines Mannes, der auf einen Stern zeigt, der sich über der Jungfrau mit dem Kind befindet: ein Prophet, wahrscheinlich Bileam, der ankündigte, dass „ein Stern aus Jakob hervorgehen und ein Zepter sich aus Israel erheben werde“ (Num 24,17, nach Seite 12).

435 Der Name Jesus ist das Herz des christlichen Betens. Liturgische Gebete schließen mit der Formel „durch Jesus Christus, unseren Herren.“ Das Ave Maria gipfelt in „gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus.

1014 Die Kirche ermutigt uns, uns auf die Stunde des Todes vorzubereiten („Von einem plötzlichen Tode erlöse uns, o Herr!“ Allerheiligenlitanei), die Gottesmutter zu bitten, „ in der Stunde unseres Todes“ für uns einzutreten (Ave Maria) und uns dem hl. Josef, dem Patron der Sterbenden, anzuvertrauen... (Mehr über das Beten und Gebetsformen siehe unten in einem extra Abschnitt)

2502 Die sakrale Kunst ist wahr und schön, wenn sie durch die Form ihrer Berufung entspricht : im Glauben und in der Anbetung das transzendente Mysterium Gottes erahnen zu lassen und zu verherrlichen - die unsichtbare, über alles erhabene Schönheit der Wahrheit und Liebe, die in Christus erschienen ist, der „Abglanz“ von Gottes „Herrlichkeit und ... Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3) ist, und in dem „die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ wohnt (Kol 2,9). Diese geiste Schönheit spiegelt sich in der seligen Jungfrau und Gottesmutter, den Engeln und den Heiligen wider. Die wahre sakrale Kunst versetzt den Menschen in Anbetung, in Gebet und Liebe zu Gott, dem Schöpfer und Retter, dem Heiligen und Heiligmachenden.

VITA CONSECRATA, 1996

“Ganz und gar schöne“ ist der Titel, mit dem die Kirche sie anruft. „ Die Beziehung zur seligsten Jungfrau Maria, die jeder Gläubige wegen seiner Verbundenheit mit Christus hat, ist im Leben der Ordensleute besonders ausgeprägt... Alle sind davon überzeugt, dass die Gegenwart Mariens eine grundlegende Bedeutung hat sowohl für das geistliche Leben jeder geweihten Person als auch für die Beständigkeit, die Einheit und den Fortschritt der ganzen Gemeinschaft.“ (Johannes Paul II. 29. März, 1995) 28

Obwohl die ganze Heilige Schrift „nützlich zur Belehrung“ (2 Tim 3,16) und „reiner, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens“ ist (DV 21, PC 6) verdienen die Schriften des Neuen Testaments, vor allem die Evangelien, die „das Herzstück aller Schriften“ sind (KKK 125; DV 18), besondere Verehrung. Es wird deshalb für die Personen des geweihten Lebens von Nutzen sein, die Texte der Evangelien und die anderen neutestamentlichen Schriften zum Thema ihrer beharrlichen Betrachtung zu machen, die die Worte und die Beispiele Christi und der Jungfrau Maria sowie die apostolica vivendi forma darstellen. 94

Schließlich ermahne ich alle Personen des geweihten Lebens, ihren jeweiligen Traditionen gemäß täglich die geistliche Gemeinschaft mit der Jungfrau Maria zu erneuern indem sie besonders durch das Beten des heiligen Rosenkranzes immer wieder mit ihr über die Geheimnisse des Sohnes nachdenken. 95

Schluss des Dokumentes: Anrufung der Seligen Jungfrau Maria 112

Maria, Sinnbild der Kirche, Braut ohne Falte und Makel, die, indem sie dich nachahmt, „jungfräulich einen unversehrten Glauben, eine feste Hoffnung und eine aufrichtige Liebe bewahrt,“ stehe den Personen des geweihten Lebens in ihrem Streben nach der ewigen und einzigen Seligkeit bei. Dir, Jungfrau der Heimsuchung, vertrauen wir sie an, damit sie auf die Nöte der Menschen einzugehen verstehen, um ihnen Hilfe, vor allem aber Jesus zu bringen.

Lehre sie, die Wunder zu verkündigen, die der Herr in der Welt vollbringt, damit alle Völker seinen Namen rühmen. Stehe ihnen bei in ihrer Arbeit für die Armen, die Hungernden, die Hoffnungslosen, die Geringsten und für alle, die mit aufrichtigem Herzen deinen Sohn suchen. An dich, Mutter, die du die geistliche und apostolische Erneuerung deiner Söhne und Töchter in der Antwort der Liebe und der Ganzhingabe an Christus willst, wenden wir uns vertrauensvoll mit unserem Gebet. Du, die du bereit im Gehorsam, mutig in der Armut, empfangsbereit in der fruchtbaren Jungfräulichkeit den Willen des Vaters erfüllt hast, erwirke von deinem göttlichen Sohn, dass alle, die die Gabe empfangen haben, ihm im geweihten Leben zu folgen, von ihm mit einer verklärten Existenz Zeugnis geben können, indem sie mit allen anderen Brüdern und Schwestern voll Freude auf die himmlische Heimat und auf das nie erlöschende Licht zugehen. Wir bitten dich darum, dass der höchste Herr aller Dinge, Vater, Sohn und Heiliger Geist, in allen und in allem verherrlicht, gepriesen und geliebt werde.

NOVO MILLENNIO INEUNTE, 2001

Maria war bei der Feier des Jubeljahres nicht nur durch angemessene und hochkarätige Kongresse gegenwärtig, sondern vor allem durch den großen Weiheakt, mit dem ich, im Beisein eines ansehnlichen Teiles des Weltepis- kopates, das Leben der Männer und Frauen des neuen Jahrtausends ihrer mütterlichen Sorge anvertraut habe. 11

Uns begleitet auf diesem Weg die allerseligste Jungfrau Maria, der ich vor einigen Monaten zusammen mit vielen Bischöfen, die aus allen Teilen der Welt nach Rom gekommen waren, das dritte Jahrtausend anvertraut habe. 58

Viele Male in diesen Jahren habe ich sie als „Stern der Neuevangelisierung“ vorgestellt und angerufen. 58

So weise ich wiederum auf sie hin als leuchtende Morgenröte und sicheren Leitstern auf unserem Weg : „Frau, siehe deine Söhne und Töchter“, wiederhole ich im Anklang an Jesu eigene Worte (vgl. Joh 19, 26) und mache mich bei ihr zur Stimme der kindlichen Liebe der ganzen Kirche. 58

ECCLESIA IN OCEANIA 2001

Ich lade euch ein, sich mir anzuschließen, sich an die Jungfrau Maria, die Mutter Jesu und Mutter der Kirche zu wenden, die überall in Ozeanien verehrt wird. Missionare und Einwanderer gleichermaßen haben eine tiefe Ver- ehrung zu ihr als wesentlichen Teil ihres katholischen Glaubens mitgebracht : und seit jener Zeit haben die Gläubigen von Ozeanien nicht aufgehört ihre große Liebe zu Maria zu zeigen. 53

In Kirchen, Kapellen und Häusern erinnert das Bild Marias die Leute an ihre liebevolle Anwesenheit und ihren mütterlichen Schutz. In Teilen des pazifischen Raumes wird sie besonders unter dem Titel Hilfe der Christen verehrt : und die Bischöfe haben sie als Schutzpatronin von Ozeanien unter dem Titel Unsere Liebe Frau des Friedens ausgerufen. 53

Hilfe der Christen, beschütze uns!
Leuchtender Meeresstern, leite uns!
Unsere Liebe Frau des Friedens, bete für uns! (Titel der Verehrung in Ozeanien)
53

ROSARIUM VIRGINIS MARIAE 2002

Der Rosenkranz der Jungfrau Maria (Rosarium Virginis Mariae) der sich allmählich im zweiten Jahrtausend unter dem Wehen des Geistes Gottes entwickelt hat, ist ein durch das Lehramt empfohlenes beliebtes Gebet vieler Heiliger. In seiner Schlichtheit und Tiefe bleibt der Rosenkranz auch in dem soeben begonnenen dritten Jahrtausend ein Gebet von großer Bedeutung und ist dazu bestimmt, Früchte der Heiligkeit hervorzubringen. Dieses Gebet reiht sich gut ein in den geistigen Weg des Christentums, das nach zweitausend Jahren nichts von der Frische des Ursprungs verloren hat und das sich durch den Geist Gottes gedrängt fühlt, „hinauszufahren“ (duc in altum!), um der Welt wieder und wieder Christus zu zurufen, noch mehr ihn „hinaus zu rufen“: Christus, als den Herrn und Erlöser, als „den Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), als „das Ziel der menschlichen Geschichte, der Punkt, auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und Kultur konvergieren“ (GS 45). 1

… nutze ich gerne die Gelegenheit, die sich durch den kommenden 120. Jahrestag der bereits genannten Enzyklika von Papst Leo XIII bietet. Ich wünsche, dass dieses Gebet im Laufe dieses Jahres in den verschiedenen christlichen Gemeinschaften besonders angeboten und geschätzt wird. Deshalb erkläre ich den Zeitraum vom Oktober dieses Jahres bis zum Oktober 2003 zum Jahr des Rosenkranzes. 3

Das Rosenkranzgebet ist in der besten und bewährten Tradition der christlichen Betrachtung angesiedelt. Es hat sich als ein eigentümlich meditatives Gebet im Westen entwickelt und ist in gewisser Weise eine Entsprechung zum „Herzensgebet“ oder „Jesusgebet,“ welches auf dem Humus des christlichen Ostens gewachsen ist. 5

Gerade aus der Erfahrung Marias ist der Rosenkranz ein ausgesprochen kontemplatives Gebet. Wenn es dieser Dimension entbehrt, würde ein entstelltes Gebet entstehen, wie Paul VI unterstrichen hat: „Ohne Betrachtung ist der Rosenkranz ein Leib ohne Seele, und das Gebet läuft Gefahr, zu einer mechanischen Wiederholung von Formeln zu werden, ganz im Widerspruch zur Mahnung Jesu: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen(Mt 6,7). Seiner Natur nach verlangt das Rosenkranzgebet einen ruhigen Rhythmus und ein besinnliches Verweilen, was dem Betenden die Betrachtung der Geheimnisse im Leben des Herrn erleichtert und diese gleichsam mit dem Herzen derjenigen schauen lässt, die dem Herrn am nächsten stand. So werden sich in ihm die unergründlichen Reichtümer diese Geheimnisse erschließen“ (MC 47). 12

Die Evangelien messen den Geheimnissen des Leidens Christi große Bedeutung zu. Immer schon hat sich die christliche Frömmigkeit, besonders in der Fastenzeit, mittels der Übung des Kreuzweges den einzelnen Momenten der Passion zugewandt, in denen sie den Höhepunkt der Offenbarung der Liebe und die Quelle unseres Heiles erahnt. Der Rosenkranz wählt einige Momente der Passion aus und veranlasst so den Betenden, den Blick seines Herzens darauf auszurichten und danach zu leben. 22

Den Rosenkranz betrachtend zu beten, bedeutet unsere Anliegen dem erbarmenden Herzen Jesu und dem seiner Mutter zu übergeben. 25

Wir dürfen nicht überrascht sein, dass unsere Christusbeziehung sich der Hilfe einer Methode bedienen kann. Gott teilt sich dem Menschen in einer Weise mit. die unsere Natur und ihre vitalen Rhythmen respektiert. Die christliche Frömmigkeit weiß um die sublimen Formen mystischen Schweigens, in dem gewissermaßen alle Bilder, Worte und Gebärden von der Intensität einer erhabenen Gottesbeziehung des Menschen überstiegen werden. Dennoch kennzeichnet dies Spiritualität normalerweise ein totales Hineingenommensein der Person in ihrer komplexen psychisch - physischen und zwischenmenschlichen Wirklichkeit. Dies scheint besonders in der Liturgie auf. Die Sakramente und Sakramentalien haben ihre Struktur in einer Abfolge von Riten, die die verschiedenen Dimensionen des Menschen ansprechen. Auch das nicht – liturgische Gebet entspricht dieser Notwendigkeit. Dies wird durch die Tatsache bestätigt, dass im Osten das charakteristischste Gebet der Christusbetrachtung herkömmlicherweise dem Atemrhythmus folgt: „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir Sünder!“ (CCC 2616) Gleichzeitig fördert es die Beharrlichkeit der Anrufung und verleiht dem Wunsch, dass Christus selbst zum Atem, zur Seele und zum „alles“ des Lebens wird, gewissermaßen eine physische Dichte. 27

Auch in solchen Gebetsformen ist eine Methodologie sehr beliebt, die sich mit dem Ziel hoher geistlicher Konzentration Techniken psychisch – physischer, wiederholender und symbolischer Natur bedient. Der Rosenkranz lässt sich in dieses Bild weltweit verbreiteter religiöser Phänomene einordnen, jedoch bietet er sich mit eigenen Merkmalen dar, die den typischen Anforderungen der Besonderheit des Christentums entsprechen. 28

Der Rosenkranz ist in Wahrheit nur eine Methode der Betrachtung. Als Methode muss er in Bezug auf das Ziel verwendet werden und kann nicht selbst zum Ziel werden. Als Frucht jahrhundertealter Erfahrung darf jedoch auch die Methode nicht unterschätzt werden. Die Erfahrung unzähliger Heiliger spricht für sie. Dies heißt jedoch nicht, dass sie nicht verbessert werden könnte.... Ohne dies besteht die Gefahr, dass das Gebet nicht nur die gewünschten geistlichen Früchte nicht hervorbringt, sondern dass die Perlenschnur, mit der man den Rosenkranz zu rezitieren pflegt, schließlich einem Amulett oder einem magischen Gegenstand gleicht, in radikaler Entstellung seiner Bedeutung und seiner Funktion. 28

Die Nennung des jeweiligen Rosenkranzgesätzes, die möglicherweise mit der Betrachtung einer bildlichen Darstellung eines Inhaltes einhergehen kann, gleicht dem Öffnen einer Szene, auf die sich die Aufmerksamkeit konzentriert. Die Worte führen die Vorstellungskraft und den Geist zum betreffenden Ereignis oder Moment im Leben Christi. In der Spiritualität, die sich in der Kirche herausgebildet hat, berufen sich sowohl die Verehrung heiliger Bilder als auch die anderen an sinnlichen Elementen reichen Frömmigkeitsformen, wie ebenso die vom heiligen Ignatius von Loyola in seinen geistlichen Exerzitien vorgeschlagene Methode auf die Seh- und Vorstellungskraft (compositio loci), die als große Hilfe zur Förderung der Konzentration der Seele auf das zu betrachtende Geheimnis beurteilt werden. 29

Das sich beim Ave Maria wiederholende „Vater unser“ bildet gleichsam das Fundament dieser christologisch – marianischen Betrachtung und verleiht der Meditation des Geheimnisses selbst beim Beten in Einsamkeit eine kirchliche Dimension. 32

Die trinitarische Verherrlichung in jedem Rosenkranzgesätz erhält, ohne sich auf eine schnelle Beendigung zu beschränken, eine entsprechende kontemplative Tonlage, und zwar in dem Maße, in dem die Betrachtung des Geheimnisses – von Ave zu Ave – durch die Liebe zu Christus und zu Maria aufmerksam, vertieft und wiederbelebt wird. So als ob der Geist sich zur Höhe des Paradieses erhebt und uns in gewisser Weise die Erfahrung von Tabor, die Vorwegnahme der zukünftigen Schauung wieder erleben lässt: „Es ist gut, dass wir hier sind (Lk 9, 33). 34

Zur Bedeutung der Perlen und der Kette siehe 36

Vorgeschlagene Tage für verschiedene Geheimnisse siehe 38

Die bisherigen Überlegungen geben den Reichtum dieses althergebrachten Gebetes ausführlich wieder, das die Einfachheit eines Volksgebetes mit der theologischen Tiefe eines Gebetes verbindet, welches sich für die Menschen eignet, die die Notwendigkeit einer reiferen Betrachtung spüren. Die Kirche hat diesem Gebet stets eine besondere Wirksamkeit zugesprochen. Sie legt die schwersten Anliegen vertrauensvoll in das gemeinsame und beharrliche Beten des Rosenkranzes hinein. In Zeiten, in denen die Christenheit selbst bedroht war, hat dieses Gebet zur Errettung aus Gefahr beigetragen und die Jungfrau vom Heiligen Rosenkranz wurde als Mittlerin zum Heil verehrt. 39

Das Rosenkranzgebet für die Kinder, und noch wichtiger mit den Kindern, - wobei sie vom zartesten Alter an zu dieser täglichen Atempause des „betenden Innehaltens“ in der Familie erzogen werden - ist sicher nicht die Patentlösung für jedes Problem, aber es ist eine geistliche Hilfe, die nicht unterschätzt werden darf. Dem könnte man entgegenhalten, dass der Rosenkranz ein Gebet sei, das dem Geschmack der Kinder und der Jugendlichen von heute wenig entspricht. Der Einwand bezieht sich vielleicht auf eine Art und Weise des Rosenkranzgebetes, die es oftmals an Sorgfalt vermissen lässt. Unter der Voraussetzung, dass die grundlegende Struktur des Rosenkranzes gewahrt bleibt,spricht übrigens nichts dagegen, den mit Kindern und Jugendlichen in der Familie oder in Gruppen gebeteten Rosenkranz mit angebrachten symbolischen und praktischen Elementen zu versehen, die geeignet sind, das Verständnis und die Wertschätzung dieses Gebetes zu fördern. Warum nicht ausprobieren ? Eine Jugendpastoral, die nicht nur auf nichts Wesentliches verzichtet, kann mit der Hilfe Gottes durchaus so wichtige Dinge vollbringen. Die Weltjugendtage haben dafür den Maßstab angegeben! Wenn der Rosenkranz in guter Weise eingeführt wird, bin ich sicher, dass die Jugendlichen selbst die Erwachsenen noch einmal überraschen können, indem sie sich dieses Gebet zu eigen machen und es mit dem für ihr Alter typischen Enthusiasmus vollziehen. 42

ECCLESIA DE EUCHARISTIA 2003

Die Eucharistie ist ein unermesslicher Schatz: Nicht nur ihre Feier sondern auch das Verweilen vor ihr außerhalb der Messe gestattet uns, aus der Quelle der Gnade zu schöpfen. Wenn eine christliche Gemeinschaft noch fähiger werden möchte, das Antlitz Christi in jenem Geist zu betrachten, den ich in den Apostolischen Schreiben Novo Millennio Ineunte und Rosarium Virginis Mariae empfohlen habe, kann ich nicht darauf verzichten, den eucharistischen Kult zu pflegen, in dem sich die Früchte der Gemeinschaft am Leib und am Blut des Herrn fort -dauern und sich vervielfachen. 25

Im Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae habe ich auf die selige Jungfrau als Lehrmeisterin in der Betrachtung des Antlitzes Christi hingewiesen und unter die lichtreichen Geheimnisse des Rosenkranzes auch die Einsetzung der Eucharistie eingefügt. Maria kann uns tatsächlich zu diesem heiligsten Sakrament hingführen, da sie zu ihm eine tiefe Beziehung hat. 53

Auf den ersten Blick schweigt das Evangelium zu diesem Thema. Im Bericht über die Einsetzung am Abend des Gründonnerstags ist von Maria nicht die Rede, Dagegen weiß man, dass sie unter den Aposteln zugegen war, die einmütig im Gebet (Apg 1, 14) verharrten in der ersten Gemeinde, die nach Himmelfahrt in Erwartung von Pfingsten versammelt war. Und gewiss konnte Maria nicht bei den Eucharistiefeiern unter den Gläubigen der ersten christlichen Generation fehlen, die am „Brechen des Brotes“ (Apg 2, 42) festhielten. 53

Aber über ihre Teilnahme am euchristischen Mahl hinaus, kann die Beziehung Marias zur Eucharistie indirekt, ausgehend von ihrer inneren Haltung dargelegt werden. In ihrem ganzen Leben ist Maria eine „eucharistische Frau.“ Die Kirche, die auf Maria wie auf ihr Urbild blickt, ist berufen, sie auch in ihrer Beziehung zu diesen heiligsten Mysterien nachzuahmen. 53

So wurde das Drama des gekreuzigten Sohnes bereits angekündigt und in gewisser Weise das Stabat Mater der Jungfrau zu Füßen des Kreuzes vorweggenommen. Indem sich Maria Tag für Tag auf Golgota vorbereitete, lebte sie eine Art „vorweggenommene Eucharistie“ man könnte sagen eine „geistliche Kommunion“ - der Sehnsucht und der Hingabe, die in der Vereinigung mit dem Sohn im Leiden ihre Vollendung fand und dann in der Zeit nach Ostern, in ihrer Teilnahme an der Eucharistie, die von den Aposteln zum Gedächtnis des Leidens gefeiert wurde, zum Ausdruck kam.

Was muss Maria empfunden haben, als sie aus dem Mund von Petrus, Johannes Jakobus und den anderen Aposteln die Worte des Letzten Abendmahls vernahm: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ (Lk 22, 19)? Dieser Leib, der als Opfer dargebracht wurde und unter sakramentalem Zeichen erneut gegenwärtig wurde, war ja derselbe Leib, den sie in ihrem Schoß empfangen hat!

Der Empfang der Eucharistie musste für Maria gleichsam bedeuten, jenes Herz wieder in ihrem Schoß aufzunehmen, das im Gleichklang mit ihrem Herzen geschlagen hatte, und das von neuem zu erleben, was sie selbst unter dem Kreuz erfahren hatte. 56

Mit der Kirche und als Mutter der Kirche ist Maria in jeder unserer Eucharistiefeiern anwesend. Wenn die Kirche und die Eucharistie untrennbar miteinander verbunden sind, muss dasselbe auch von Maria und der Eucharistie gesagt werden.

Auch deshalb wurde bei der Eucharistiefeier in den Kirchen des Westens und des Ostens seit dem Altertum immer das Gedenkens Mariens gehalten. 57


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