EIN HELD DES ROSENKRANZES

FAUSTINO PEREZ - MANGLANO

                                    1946 - 1963

Faustino Perez - Manglano wurde in Valencia, Spanien geboren und starb kurz vor seinem siebzehnten Geburtstag. Sein Seligsprechung Prozess ist gegenwärtig im Gange.

Was zeichnet sein Leben als heldenhaft aus? Er führte das wirklich einfache Leben, das für einen jungen Mann seines Alters typisch ist: er liebte Fußball und Schwimmen, die Natur, das Kino und Romane.

Aber er liebte Christus und Maria noch mehr. Er war immer gewillt zu Dienen und den anderen zu helfen, selbst wenn es seinerseits ein Opfer bedeutete. Eines Tages entschied er sich, die Vollkommenheit anzustreben. Er wollte ein Marianist, ein Priester, ein Missionar in Lateinamerika werden. Die Hodgekin`sche Krankheit hinderte ihn daran, diese Ziele zu verfolgen. Nun aber ist er ein Missionar vom Himmel aus. Seine Lebensbeschreibung, die in acht Sprachen herausgegeben wurde, hat viele Menschen angesprochen: junge und nicht so junge. Hunderte Briefe beweisen diese Tatsache.

Im Mittelpunkt seines heiligen Lebens stand das Beten des Rosenkranzes. Hunderte von Briefen beweisen diesen Umstand. Wenn er einmal als Seliger verehrt wird, dann wird es deutlich werden, dass die Basis seiner heldenhaften Tugenden das tägliche Beten des Rosenkranzes war. Er kann ein wunderbares Vorbild für das „Jahr de Rosenkranzes“ sein. Sein Leben ist wie ein lebender Kommentar zum Apostolischen Brief Johannes Pauls II „Der Rosenkranz der Jungfrau Maria.“ Im folgenden tun wir vier flüchtige Blicke in sein kurzes Leben, die die Rolle seines täglichen Rosenkranzes beleuchten.

Sie werden selbst Erwachsene überraschen...

Wenn der Rosenkranz in guter Weise eingeführt wird, bin ich sicher, daß die Jugendlichen selbst die Erwachsenen noch einmal überraschen können, indem sie sich dieses Gebet zu eigen machen und es mit dem für ihr Alter typischen Enthusiasmus vollziehen (RVM 42).

Es war im Oktober 1959, als Faustino dreizehn Jahre alt war, ein Schüler im marinistischen Collegio de Nuestra Senora del Pilar in Valencia. Ich war gerade ein junger Priester. Er kam zu mir her und sagte: „Pater, ich muss mit Ihnen über etwas reden. Ich glaube, ich habe gegenüber der Seligen Jungfrau eine Schuld.“ Stellen Sie sich meine Überraschung vor: eine Schuld gegenüber der Jungfrau Maria?

“Ja, Pater. Vor zwei Jahren versprach ich der Jungfrau, dass ich jeden Tag bis 1961 den Rosenkranz beten würde. Und ich machte dies meistens allein auf meinem Weg zur Schule.“ Ich war erstaunt und er fuhr fort: „Aber während unserer Ferienzeit spielte ich soviel, so dass ich es manchmal vergaß. Aber verstehen Sie, ich zählte zusammen, wie viele Male ich es versäumte und ich will die Schuld ausgleichen.“

Ich fragte ihn, wie viel er schätzen würde, was er schuldig war. „Ich glaube,“ sagte er, „es waren ungefähr einhundert.“ Ich dachte für mich: Was für eine wunderbare Treue zeigt dieser junge Mann! Im Alter von zehn, ohne mit jemand darüber zu reden, hatte er sein Versprechen weit über sein zartes Alter hinaus gegeben. Und er hatte es mit vollkommener Treue gehalten! Und als er vergaß, versuchte er festzustellen, wie viel Mal er es versäumt hatte, damit er es vervollständigen könnte. Und dies, ohne sich übermäßig darum zu kümmern oder sich selbst übertrieben zu beschuldigen, als ob dies die natürlichste Sache der Welt wäre. Was konnte ich zu diesem jungen Mann sagen, der mich so mit seiner Einfachheit und Offenheit erstaunte?

“Faustino, betest du gerne den Rosenkranz?“ „Doch, Pater, sehr gern.“ „Faustino, schau mal, für Mütter gibt es keine derartigen Dinge wie Rechnungen oder Schulden. Und wenn wir über die Muttergottes sprechen, ist dies sogar noch mehr wahr. Lasst uns die bezahlte Rechnung betrachten. Du kannst einfach weitermachen, jeden Tag den Rosenkranz zu beten, ohne irgendwelche Versprechungen zu machen oder dich mit Verpflichtungen zu belasten oder dich um die Vergangenheit zu sorgen. Dies gilt für dein ganzes Leben, wenn du möchtest.“ Sein Gesicht erhellte sich und seine Augen leuchteten vor Freude: „Ja, Pater.“

„Ich bete den Rosenkranz auf dem Weg zur Schule.“

Am vierzehnten September 1960 (er war vierzehn) beschloss er, ein Tagebuch anzufangen. Es war ein sehr einfaches Tagebuch. Er schrieb die Ereignisse eines jeden Tages nieder: seine Schulstunden, seine Schulnoten, die Spielergebnisse, Filme, die er gesehen hatte, Bücher, die er gelesen hatte. Dies ging über ein Jahr weiter. Im Laufe der Zeit wurden die Einträge weniger, aber einsichtsvoller und gründlicher. Was niemals fehlt, ist der Hinweis auf das Beten des Rosenkranzes am vorhergehenden Tag. Er fing an, Einträge wie: „Ich betete den Rosenkranz zu der und der Zeit... Ich betete den Rosenkranz verbreitet über den ganzen Tag. … Ich betete heute morgen den Rosenkranz auf dem Weg zur Schule. Ich betete den Rosenkranz, während der Strahlungsbehandlungen... Die letzten Tage betete ich den Rosenkranz um Mitternacht, als ich große Schmerzen hatte.“

In diesen Notizbüchern sind mehr als dreihundert Hinweise auf das Beten des Rosenkranzes. Hin und wieder gestand er einfach ein; „Ich vergaß.“ Aber dies war nicht häufig.

Einer seiner Klassenkameraden erinnert sich: „Eines Tages sah ich auf dem Weg zur Klasse Faustino eine kurze Strecke vor mir. Ich beeilte mich und erwischte ihn an der Puente del Mar. Erst dann bemerkte ich, dass er den Rosenkranz betete. Er sagte nichts, sondern er machte einfach weiter.“

Diese einfache Praxis führte Faustino zu einem tiefen inneren Leben, einer verborgenen Freundschaft mit Christus uns Maria. Die Jungfrau Maria, seine „wunderbare Mutter im Himmel,“ wie er zu pflegen sagte, wurde eine ständige Weggefährtin in seinem Leben. Äußerlich zeigte er sich genauso wie seine Freunde und Gleichaltrigen mit den gleichen Neigungen und Interessen. Aber innerlich hatte er einen neuen spirituellen Weg in seinem Leben begonnen. All dies zeigt, wie wahr es ist, was Johannes Paul II sagt: „So gesehen wird das Rosenkranzgebet tatsächlich zu einem wahren geistlichen Weg, auf dem Maria sich zur Mutter, Lehrerin und Führerin macht“ (RVM 37).

Der 22. Oktober 1960 war ein wichtiger Tag auf seinem Lebensweg. Er war in Exerzitien und vermerkte in seinem Tagebuch: „Wir haben über viele Dinge gesprochen, aber da war etwas, was mich am meisten beeindruckte: welchen Beruf sollte ich wählen: Arzt, Chemiker oder will ich vielleicht ein Priester werden? Dieser letzte Beruf beeindruckte mich am meisten. Könnte Gott mich auserwählt haben? Er wird es mir sagen. Heute und die wenig verbleibende Zeit meiner Exerzitien will ich in vollkommenem Stillschweigen verbringen und vielleicht wird Gott zu mir sprechen.“

Und an jenem Tag sprach ich mit ihm. Er sagte, er hatte niemals über einen Ordensberuf nachgedacht. Er hatte darüber nachgedacht, Chemiker zu werden. Aber an jenem Abend beim Abendessen, wie er mir später erzählte, sah er es deutlich vor sich: „Ich muss ein marinistischer Ordensmann werden.“ Es war eine Art Blitz aus heiterem Himmel, jedoch war faktisch die Grundlage dafür durch tausende Ave Marias gelegt worden, die über lange Zeiträume gebetet worden waren.

„Du bist sehr jung,“ sagte ich zu ihm. „Warte noch etwas und lass uns erkennen, ob dich tatsächlich der Herr ruft oder nicht.“ Aber er bezweifelte durchaus die Berufung nicht. Er wollte sich auf der Stelle danach richten. „Es ist wunderschön daran zu denken, dass ich mein ganzes Leben im Dienste von Jesus und Maria verbringen werde.“ Aber nur ein paar Monate später wurde bei ihm eine Krankheit diagnostiziert, die nach vielen Höhen und Tiefen sein Leben beenden würde. Warum, o Herr, warum? Mit der Zeit begriff ich, dass die Antwort war: Er sollte ein Missionar vom Himmel her werden.

Eine Belohnung für das Beten des Rosenkranzes

Im Juli 1962 verbrachten Faustino und eine Gruppe seiner Freunde einen Besinnungstag. Sie wollten sich darauf vorbereiten, die kommenden Sommerferien auf eine christliche Art und Weise zu verbringen. Wir können die Tätigkeit jener Tage aus seinem Tagebuch mitverfolgen. Unter anderem dachte er über seine Berufung in den Orden nach, die sich in den vorhergehenden Jahren verstärkt hatte. Er schrieb: „Mein Herr, jeden Tag möchte ich immer mehr jenen Zeitpunkt erreichen, wenn ich ein Marianist werden kann.“ Sie können sich meine tiefe Ergriffenheit vorstellen, als ich nach seinem Tod folgendes in seinem Tagebuch gefunden habe: „Der Pater deutete mir an, dass vielleicht die Jungfrau mich mit der Belohnung der Berufung in den Orden wegen meiner Treue den Rosenkranz zu beten, seitdem ich ein Kind war, belohnt hatte. Wie wunderbar und wie gut ist meine Mutter im Himmel zu mir gewesen. Es ist eine Belohnung, die niemals angemessen bemessen werden kann. Es ist eine Belohnung, die mehr wert ist, als alle Güter dieser Welt zusammen. Danke Mutter, für eine solch wunderbare Güte. Etwa vor zwanzig Monaten habe ich an der gleichen Stelle meine Berufung entdeckt. Heute am 2. Juli 1962 habe ich beschlossen, dass ich Missionar werden will und auch Jesus will mich. Und auch in diesem gleichen Haus habe ich erkannt, dass meine Berufung eine Belohnung von Maria ist, weil ich so viele Jahre dem heiligen Rosenkranz treu gewesen bin.“

Der Rosenkranz hält immer einen Lohn bereit. Johannes Paul II schreibt: „Das Gehen durch die Szenen des Rosenkranzes an der Seite Marias bedeutet, sich in die Schule Mariens zu begeben, um Christus zu erfassen und um in die Geheimnisse einzudringen, schließlich um seine Botschaft zu verstehen (RVM 14). In der „Schule“ Marias erlangte Faustino durch das Beten des Rosenkranzes „eine immer vollkommenere Gleichgestaltung mit Christus, dem wahren Programm des christlichen Lebens“ (RVM 26).

Jose Maria Salaverri, S. M.


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