DIE LICHTREICHEN GEHEIMNISSE  

In Marialis Cultus (1974) stellte Papst Paul VI Prinzipien für die Erneuerung der Marienverehrung auf. In seinen Ausführungen sprach er auch ausführlich über den Rosenkranz. Seit dieser Zeit sind praktische Vorschläge von einer Anzahl von Gruppierungen gemacht worden.

Das Deutsche Liturgische Institut wurde schließlich um seine Meinung über eine vierte Reihe von Rosenkranzgeheimnissen, dem öffentlichen Leben Jesu, gefragt. Dann ersuchte eine marianische Gruppe in Leutsdorf in Deutschland um Erlaubnis, offiziell eine vierte Reihe von Geheimnissen einzuführen, die von P. Benno Mikocki OFM von Wien, dem Leiter der Rosenkranz Sühnekreuzzugsbewegung vorgeschlagen wurde.

Das Schreiben des Liturgischen Instituts stellte fest, dass vor über zwanzig Jahren ein Versuch gemacht worden war, diese Geheimnisse im nationalen deutschen Gebetsbuch, dem Gotteslob, zu fördern. Dieser Versuch hatte bei den Menschen geringes Echo gefunden. Das Schreiben gab an, dass solche Verehrungen eher aus dem Volk als „von oben nach unten“ kommen müssen.

Dr. Elmar Nubel, der Direktor des Liturgischen Instituts, bemerkte, dass die drei Gruppen von Geheimnissen mit ihren knappen Formulierungen sich über Jahre hinweg als effektiv erwiesen haben. Trotzdem könnten neue Vorschläge in Betracht gezogen werden. P. Josef Schultheiss schloss aus der Antwort des Liturgischen Instituts, dass nun der Zeitpunkt für die einzelnen Gemeinschaften und Bewegungen gekommen war, sich mit allen Kräften für dieses Anliegen einzusetzen.

In Rosarium Virginis Mariae (2002) schlug Johannes Paul II die lichtreichen Geheimnisse als eine „Ergänzung zum traditionellen Schema vor“ (RVM 19).

Die lichtreichen Geheimnisse werden zwischen die freudenreichen und die schmerzhaften Geheimnisse eingeschoben. Jedes der lichtreichen Geheimnisse beleuchtet einen wichtigen Aspekt der Sendung Christi: Er ist der Sohn des Vaters, der Wundertäter, der Künder des Königreiches, der verklärte Sohn Gottes und das lebendige Brot oder die eucharistische Gegenwart. Er ist das Licht Gottes für diese Welt. Diese neuen Geheimnisse werden ausführlich im Schreiben von Johannes Paul II über den Rosenkranz behandelt.


 

DIE TAUFE DES HERRN IM JORDAN

Jesus kam damals aus Galiläa zu Johannes an den Jordan, um von ihm getauft zu werden. Johannes versuchte ihn mit dem Widerspruch zurückzuweisen: „Ich habe es nötig, von dir getauft werden, und dennoch kommst du zu mir!“ Jesus antwortete ihm: „Gib vorerst mal nach; wir müssen dies tun, wenn wir alle Forderungen Gottes erfüllen sollen.“ Also gab Johannes nach. Nachdem Jesus getauft war, kam er direkt aus dem Wasser. Plötzlich öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herunterkommen und über ihm schweben, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“ Die Taufe im Jordan ist vor allem ein lichtreiches Geheimnis. Hier, als Christus in das Wasser stieg, der Unschuldige, der um unseretwillen zur 'Sünde' wurde (vgl. 2 Kor 5, 21), öffnete sich der Himmel weit und die Stimme des Vaters erklärt ihn zum geliebten Sohn (vgl. Mt 3, 17 und Parallelen), während der Geist auf ihn herabsteigt um ihm die Sendung zu übertragen, die er ausführen soll. (RVM, 21)

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DIE SELBSTOFFENBARUNG DES HERRN BEI DER HOCHZEIT ZU KANA

Das zweite lichtreiche Geheimnis gedenkt des ersten der Zeichen, das in Kana (vgl. Joh 2,1-12) gewirkt wurde, als Christus Wasser in Wein verwandelte und die Herzen der Jünger auf die Fürsprache Marias hin, der ersten aller Glaubenden, für den Glauben öffnete. Er offenbart sich selbst als Herr und Wundertäter.

Die Präsenz Marias bleibt im lichtreichen Geheimnis, mit Ausnahme der Hochzeit zu Kana, im Hintergrund. Die Evangelien geben nur den kürzesten Hinweis auf ihre zufällige Anwesenheit im einen oder anderen Augenblick während der Predigttätigkeit Jesu (vgl. Mk 3, 31 - 35; Joh 2, 12), und sie geben keinen Hinweis, dass sie beim letzten Abendmahl und der Einsetzung der Eucharistie zugegen war. In der Stellung, die sie in Kana angenommen hat, begleitet sie sogar in gewisser Weise Christus während seines Wirkens. Die Offenbarung, die unmittelbar vom Vater bei der Taufe am Jordan ausgeht und durch Johannes, den Täufer, widerhallt, wird zu Kana in den Mund Marias gelegt und sie wird zum großen mütterlichen Rat, den Maria an die Kirche aller Zeiten richtet: „Was immer er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Dieser Rat ist eine passende Einführung zu den Worten und den Zeichen des öffentlichen Auftretens Christi, und er bildet die marianische Grundlage aller „lichtreichen Geheimnisse“ (RVM, 21).

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DER HERR JESUS VERKÜNDET DAS KOMMEN DES KÖNIGREICHES GOTTES

Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder Nach Galiläa und verkündete das Evangelium Gottes. „Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Ein weiteres lichtreiches Geheimnis erinnert an die Predigt, mit der Jesus das Kommen des Reiches Gottes ankündigt, zur Bekehrung aufruft (vgl. Mk 1, 15) und die Sünden all derer vergibt, die sich ihm mit demütigem Vetrauen nähern (vgl. Mk 2,3–13; Lk 7,47-48). Dies ist der Beginn des barmherzigen Dienstes, den er bis zum Ende der Welt auszuüben fortfährt, besonders durch das Sakrament der Versöhnung, das er seiner Kirche anvertraut hat (vgl. Joh 20,22 -23. RVM,21).

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DIE VERKLÄRUNGUNSERES HERRN

Das Geheimnis schildert die Verklärung Jesu, die sich nach der Überlieferung nach auf Berg Tabor ereignet hat. Auf dem Antlitz Christi erstrahlt göttliche Glorie, während der Gottvater ihn vor den verzückten Aposteln bezeugt, damit sie „auf ihn hören“ (vgl. Lukas 9, 35 und Parallelen) und sich darauf einstellen, mit ihm auch die schmerzvollen Augenblicke seiner Passion zu leben, um mit ihm zur Freude der Auferstehung und zu einem im Heiligen Geist verklärten Leben zu gelangen. (RVM 21)

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DIE EINSETZUNG DER EUCHARISTIE

Das letzte Geheimnis des Lichts ist schließlich die Einsetzung der Eucharistie, in der Christus seinen Leib und sein Blut als Nahrung unter den Zeichen von Brot und Wein gibt und bis „zum Ende“ seine Liebe der Menschheit (Johannes 13,1) erweist, für deren Heil er sich im Opfer darbringt (RVM 21).

 

 



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