DIE CHRISTLICHE SYMBOLIK DER ROSE
UNSERE LIEBE FRAU UND DIE ROSE

Englischer Originaltext von H.P. Theodore A. Koehler, S. M.
Deutsche Übersetzung von Siegfried Weiss

Einleitende Anmerkung: Diese wissenschaftliche Abhandlung wurde als Teil eines Programms mit dem Titel: „Die Rosen und die Künste: ein kulturelles und gärtnerisches Engagement“ verfasst und am 8. Mai 1986 in der Central State Universität, Wilberforce, Ohio vorgetragen. 1986 wurde die Rose zur nationalen Blume der Vereinten Staaten erklärt, weil irgendeine Rosenart in jedem Staat wächst. Die Dante Zitate stammen aus seinem Werk Paradies.

Sag es mit Blumen! Die Christen haben nicht bis in unsere Zeit gewartet, um ihr religiöses Leben und ihren Glauben mit Blumen zum Ausdruck zu bringen. Lasst uns dennoch eingestehen, dass die Blumen nicht die gleiche symbolische Bedeutung erreicht haben wie zum Beispiel der Baum, das Lamm, die Sonne oder die Stadt. Wenn wir untersuchen, wodurch die Rose ein Symbol in der lateinischen christlichen Ikonographie wurde, sehen wir allerdings, dass es Material für eine beträchtliche Forschung liefern könnte. Dieser Vortrag gibt nur ein paar Umrisse über den Ursprung und die Entwicklung dieser Symbolik.

Warum wurde die Rose im Laufe der christlichen Jahrhunderte ein verhältnismäßig bedeutendes Symbol in unserer religiösen Ikonographie? Gibt es eine biblische Grundlage? Obwohl zur Zeit Israels und Jesu wilde Rosen in Palästina wuchsen, wird die Rose weder in der Hebräischen Bibel noch im Neuen Testament erwähnt. Aber die Blume kommt in griechischen Texten des Alten Testaments vor. Wir lesen im Buch der Weisheit 2,8: „Die Gottlosen laden uns ein, das Vergnügen zu genießen, während das Vergnügen unser eigen ist; deshalb krönen wir unsere Häupter mit Rosen.“ Dies war eine griechisch - römische Sitte. Die Juden trugen keine Kränze aus Rosen bei einem Festessen. Wir können nicht Jesus und die Apostel beim Letzten Abendmahl mit Rosen schmücken. Im von uns oben zitierten Text aus dem Buche der Weisheit wird die griechisch- römische Sitte als heidnisches und sündhaftes Beispiel genannt. Andere Verwendungen des Wortes Rose werden im griechischen Text von Ecclesiasticus 39,13 gefunden, „wie Rosen gepflanzt an fließenden Wassern.“ In Ecc. 24,14 lesen wir: „die Weisheit wuchs... wie ein Rosenstrauch in Jericho heran;“ in 50, 8 wird der Hohepriester Simon (unter anderem) mit „einer Rose im Frühling“ verglichen. Aber modernen Gelehrten entsprechend handeln diese Texte nicht von Rosen sondern von irgendwelchen anderen Blumen; ihre Bezeichnungen sind sehr verschieden: der Krokus, die Lilie, die Narzisse, die Bergtulpe und andere. Wir können diese Erforschung zur Seite legen. Unser lateinischer Westen deutet diese Texte in der Vulgata mit Übersetzungen, die auf die Rose hinweisen: Ecclesiasticus 24,18 (Vulgata 24,14) „Quasi plantatio rosae in Jericho,“ und so weiter. Die Texte wurden in die Liturgie, besonders in das Offizium der Seligen Jungfrau Maria aufgenommen. Deshalb ist in unserem lateinischen Westen die Symbolik der Rose ein griechisch-römisches Erbe, das allerdings durch lateinische Bibeltexte, die auch liturgisch waren, beeinflusst und zuletzt umgestaltet wurde.

Die Rose hat in der griechisch-römischen Kultur eine Symbolik erworben, die so zusammengefasst werden kann: Die Rose verkörperte die Schönheit, den Frühling (zum Beispiel als die Blume der Aphrodite - Venus) und die Liebe. Sie spricht auch von der Flüchtigkeit des Lebens und somit vom Tod. Demgemäß verweist die Blume auf das Jenseits: in Rom war das Fest Rosalia ein Fest der Toten.

Diese Symbolik ist in Wirklichkeit sogar noch komplexer, und wir sehen es in unser christlichen Entwicklung. Die erste christliche Verwendung der Rose tritt in Szenen in Erscheinung, die das Jenseits, das heißt das Paradies, mit anderen Blumen wie z.B. Lilien symbolisieren. Diese Blumen wurden auch das Symbol der Tugenden (die Rose für die Zurückhaltung) oder für Gruppen der Auserwählten: die rote Rose für die Märtyrer, die Lilien für die Jungfrauen. Schließlich wurde die Rose als die Königin der Blumen bevorzugt.

Diese Symbolik erlangte eine tiefere Vielschichtigkeit, wenn man sie den Dornen gegenüberstellte, unter denen diese Blume blüht. Dieser Gegensatz inspirierte den christlichen lateinischen Dichter Sedulius, der (zwischen 430 - 450) einen sehr kunstvollen Vergleich zwischen Eva, unserer ersten Mutter, und Maria, der Mutter unseres Erlösers, schrieb.

Er veranschaulichte die bereits von dem Märtyrer und Apologeten Justin (um 150) aufgestellte Ähnlichkeit und entfaltete sie in einem tiefen poetischen und lehrmäßigen liturgischen Osterlied (Carmen paschale): So wie die reizvolle und sehr zarte Rose aus einem dornigen Strauch hervorsprießt, ohne die Mutter zu verletzten, die er mit wunderbarem Zauber versteckt, so konnte auch Maria aus dem Geschlecht der schuldigen Eva als die zweite Jungfrau mit dem kommenden heiligen Licht die Schuld der ersten Jungfrau hinwegschwemmen.

Die Rose als die Königin der Blumen wurde ganz allmählich ein bevorzugtes Symbol für Maria, der Königin des Himmels und der Erde. Wir sehen diese Entwicklung später in einer nicht exklusiven Weise während des Mittelalters: Die Rose wurde ein Attribut von vielen anderen heiligen Frauen - zum Beispiel Casilda von Toledo, Elisabet von Portugal, Elisabet von Ungarn, Rose von Viterbo, Rose von Lima und, wie bereits erwähnt, allgemein für die Märtyrer. Die Rose ist sogar ein Symbol für Christus selbst, wie z.B. in dem deutschen Weihnachtslied Es ist ein Ros' entsprungen...

Die Mariensymbolik wird gut von Dante in seiner Beschreibung des Paradieses veranschaulicht. Beatrice, seine Führerin, lädt ihn ein, unter den himmlischen Bewohnern die Schönheit Marias, der Mutter Gottes, zu betrachten: „Warum bist du so verzaubert von meinem Gesicht, dass du nicht deinen Blick auf den schönen Garten wendest, der unter dem strahlenden Glanz Christi erblüht? Es ist die Rose, in der das göttliche Wort Mensch geworden ist; hier sind die Lilien, deren Duft dich auf den rechten Weg führt.“

Aber Dante verwendet auch eine allgemeinere Symbolik der Rose: die Rose ist das Symbol des Universums... genauso wie es der Lotus in Asien ist. Mit ihren vielfachen Blütenblättern ist sie in der Tat ein wunderschönes Bild unseres sich ausbreitenden Kosmos'. Viel später, ab dem siebzehnten Jahrhundert, hatte die Bruderschaft der Rosenkreuzer als ihr Emblem ein Kreuz mit Zweigen, die sich in alle Himmelsrichtungen ausbreiteten und der Rose als Symbol des Universums in der Mitte. Dante benützt diese Symbolik für die endgültige, ewige Welt im Himmel:

In der Form einer strahlenden weißen Rose erschien mir das heilige Heer (gemeint sind die Heiligen), das Christus zu seiner Braut in seinem eigenen Blut machte. Das andere Heer (gemeint sind die Engel)... stieg wie ein Bienenschwarm, der einen Augenblick in die Blumen eindringt und dann zu der Stelle zurückkehrt, wo ihr Werk seinen Wohlgeschmack findet... (Dieses andere Heer) stieg in die große Blume hinab,die mit all ihren Blütenblättern wunderschön war, und stieg dann erneut zur ewigen Wohnung seiner Liebe (gemeint ist Gott) empor.... Als sie in die Blume Reihe nach Reihe niederstiegen, sandten sie Friede und Begeisterung aus...“


Dies bringt uns zu den gothischen Kathedralen und ihren Fensterrosetten, den kreisförmigen mit farbigem Glas versehenen Fenstern, die die drei Eingänge dieser Kirchen zur Geltung bringen. Diese riesigen Rosen symbolisieren die Welt des Heils, die unserem verlorenen Menschengeschlecht von Gott durch das Alte und Neue Testament angeboten und geoffenbart wurde. Christus steht im Zentrum dieser Rosen, wo er hauptsächlich entweder als Richter oder im Geheimnis seiner Menschwerdung erscheint. Im Zentrum dieser späteren Darstellungen sehen wir Maria, die das Jesuskind zeigt; ringsherum sind Gestalten und Szenen aus der Bibel, die die Geschichte unserer Erlösung veranschaulichen. In dieser künstlerischen Schöpfung fand wahrscheinlich die universale Symbolik der Rose ihre höchste bildliche Darstellung.

Die Symbolik der Rose wurde besonders durch zwei ikonographische Motive marianisch: der Rosengarten und die Verehrung des Rosenkranzes. Während des Mittelalters entwickelte sich das Thema des Rosengartens durch eine gegenseitige Durchdringung der Rosensymbolik, die in der Literatur des Minnesangs gefunden wurde, indem sie die Rose als Symbol der geliebten Lady verwendete. Jedoch unter dem Einfluss des Hohen Liedes, das mit Liebesliedern die Vereinigung zwischen Gott und und seinem Volk versinnbildlichte, verwendete die Ikonographie die Rose (mit der besonderen Übersetzung vom Hohelied 2,2: „die Rose inmitten der Dornen,“ um die mystische Vereinigung zwischen Christus und seiner Kirche oder zwischen Gott und jedem Glied seines Volkes zu symbolisieren. Seitdem Maria als das Urbild der Kirche verehrt wurde, dem Vorbild unserer Vereinigung mit Gott, wurde die Rose ein bevorzugtes ikonographisches Symbol der Vereinigung zwischen Christus (oder Gott) und Maria. In der Lauretanischen Litanei wird sie als Mystische Rose angerufen.

Lasst uns zunächst zur Kenntnis nehmen, dass die Darstellung Marias, bei der sie eine Rose hält (und kein Zepter), am Ende des dreizehnten Jahrhunderts auftaucht. In ihrer Studie der christlichen Ikonographie macht Gertrude Schiller deutlich, dass das Thema „Maria beim Betrachten einer Rose,“ bedeuten könne, dass die Rose Christus symbolisiert; es ist eine Andeutung des Baumes Jesse. Maria ist die Virga Jesse: die Wurzel Jesse, die Jesus gebärt. Die gleiche Schreiberin beschreibt eine bemerkenswerte Marienstatue (14. Jahrhundert), die einem kleinen mit Rosen bedeckten Baum gegenübersteht. Dort, inmitten der Rosen sitzend, ist das Jesuskind, das seine Mutter anlächelt, während sie zurück lächelt. Maria wird als Rosenbaum benannt, der Christus zur Welt bringt. Das Kind ist mit vier Rosen gekrönt (dem Symbol für die Wunden Jesu am Kreuz): er ist die Rose, die an der Spitze des Baumes Jesse blüht.

Das Motiv von Maria in einem Rosengarten oder einem Rosenhag oder bildlich dargestellt vor einem Wandteppich mit Rosen hat viele Künstler des Rheinlandes inspiriert. Stephan Lochner (1451) malte in seinem berühmten Bild „Madonna im Rosenhag“ Maria und das Jesuskind, von kleinen Engeln umgeben, in einer Atmosphäre des Paradieses. Maria sitzt auf einem Kissen auf einer grünen Wiese (die Madonna der Demut aus Siena). Ein mit Gras bedeckter Wall bildet einen Halbkreis um sie, und hinter ihr ist ein Rosenhag. Die mystische Bedeutung wird durch einen Schleier betont, den zwei Engel halten. Dieser Schleier macht den gesamten Hintergrund aus, um zu symbolisieren, dass der Himmel für unsere Betrachtung des göttlichen Geheimnisses offen ist. An der Spitze zeigt sich in byzantinischem Stil Gott Vater, der den Heiligen Geist als eine Taube aussendet. Die Krone Marias ist mit rosenförmigen Perlen geschmückt. Diese ganze Symbolik lädt uns ein, in das Geheimnis der göttlichen Liebe einzutreten: in die Menschwerdung und in die Geburt des Sohnes Gottes. Der Wall ist ebenso die Mauer eines umfriedeten Gartens (hortus conclusus), des Gartens aller Wonnen (hortus deliciarum); des Gartens des Paradieses.


 

 

Ein paar Jahre später, im Jahre 1473 malte der Meister von Colmar Martin Schongauer seine „Madonna im Rosenhag.“ Wir haben nunmehr nur ein Fragment dieses Meisterwerks in der Kathedrale von Colmar. Es wurde vor ein paar Jahren gestohlen, aber glücklicherweise fand es die französische Polizei unversehrt wieder. Mit Schongauer kommen wir zu der neuen Malkunst, die in Belgien entstanden ist: die Suche nach einer perfekten Harmonie zwischen den Farben und den Formen. Die mystische Symbolik des Rosenhags wurde in der ursprünglichen Fassung des Gemäldes betont, wie es sehr gut auf einer Kopie gesehen werden kann, die im Bostoner Museum der Schönen Künste aufbewahrt wird. Dort ist die Steinbank, auf der Maria sitzt, länger und der Rosenhag weitaus umfassender als auf dem Tafelbild von Colmar. Gottvater und die Taube des Heiligen Geistes sind im oberen Teil des Bildes zu sehen. In der Fassung von Colmar werden die Bank und der Rosenhag flächenmäßig reduziert, und der Vater und der Heilige Geist kommen nicht vor. Wir sehen nicht mehr den mystischen Rosengarten.

 

 

Matthias Grünewald malte für seinen Isenheimer Altar (1513 - 1515) eine Madonna mit Kind, die wahrscheinlich durch die Komposition von Schongauer inspiriert ist. Aber er schaffte den Rosenhag ab und ersetzte ihn durch einen Rosenstrauch mit drei roten Blüten. Später wurden die Rosen mehr zur Verzierung, aber noch immer beabsichtigt als Symbol Marias und ihrer Vereinigung mit Gott. Diese Umwandlung ist in vielen anderen Gemälden offensichtlicher zum Beispiel bei der Verkündigung“ des Meisters der Barerini Tafelbilder, die heute in der Nationalen Gallerie der Kunst sind: Neben Maria enthält eine Vase Rosen: ein sehr diskreter Hinweis auf die marianische Symbolik dieser Blumen.

Demgegenüber stellt Nicolas Froment (1475 - 1476) in einem sehr feinsinnigen Meisterwerk die biblische Szene dar, in der Mose, der seine Schafe hütete, überrascht war, einen sich nicht verzehrenden Busch in Flammen zu sehen. Der Maler stellt Mose und seine Schafe mit dem zu Mose sprechenden Engel im unteren Teil des Gemäldes dar. Im Zentrum des oberen Teiles mischen mehrere Rosenbäume ihre Blätter und Blüten in einem großen brennenden Rosenstrauch; in der Mitte sitzt Maria mit dem Jesuskind. Die Symbolik der Rose wird durch die symbolische Bedeutung bereichert, die dem brennenden Busch seit Gregor von Nyssa zugeschrieben wurde: eine Darstellung der jungfräulichen Empfängnis und der Geburt Christi.

Unter dem Einfluss der Renaissance wurde der Rosengarten immer mehr ein Thema für die Darstellung der menschlichen Liebe und der Liebenden. Zur gleichen Zeit wurde die religiöse Mariensymbolik der Rose sehr beliebt. Diese hatte sich durch die Verehrung des Rosenkranzes entwickelt. Kürzlich äußerte sich Neville Ward, ein methodistischer Pastor in London (England), zu dieser Verehrung unter dem Titel: Fünf für den Schmerz, zehn für die Freude, ein Titel, der auf die Geheimnisse des Lebens Christi und Marias hinweist, die im Rosenkranz meditiert werden. Wie kam eine solche Betrachtung dazu, sich auf das Beten von 150 Ave Marias, fünfzehn Vater unser und fünfzehn Lobpreisungen der Hl. Dreifaltigkeit zu gründen? Es ist eine lange Geschichte, die nicht von dem Hl. Dominik stammt (wie allgemein vermutet wird), sondern auf vielen spirituellen Entwicklungen basiert, in denen die Symbolik der Rose ihren Einfluss hatte. Später rief diese Verehrung vielerlei Arten von Darstellungen hervor (Gemälde, Statuen, Stiche etc.), die Maria und das Jesuskind mit Rosen geehrt, zeigen. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie sich die Bibel und wechselnde menschliche Kulturen in der Geschichte des Christentums vermischen. All dies hat mit dem „Heil, du Begnadete des Herrn...,“ dem Gruß des Engels Gabriel an Maria, der Jungfrau aus Nazaret, angefangen, wie es in Lukas 1,28 berichtet wird. Dieser Gruß (Chaire auf Griechisch und Ave auf Lateinisch) inspirierte Hymnen, Litaneien, die die Worte Ave Maria wiederholen, sowohl in den Lobpreisungen als auch in den Bekenntnissen unseres Glaubens, die die Ereignissen unserer Erlösung betrachten. Die griechische Hymne Akathistos ist ein Modell einer solchen Komposition; der Westen kennt eine lateinische Übersetzung davon aus dem Jahre 800. Unter diesen an Maria entbotenen Grüßen war eine Form in der Volksfrömmigkeit weit verbreitet, das sogenannte Ave Maria

Die strukturierte Form der 150 Ave Marias erhielt den Namen Rosenkranz -- in Latein Rosarium oder Rosarius - weil es der Titel war, der den Arbeiten gegeben wurde, die das Beste einer Lehre sammelten; zum Beispiel schrieb Arnold von Villanova (1311) einen Rosarius philosophorum, ein Kompendium, ein Thesaurus oder eine Schatzkammer der Philosophie. Wir sehen, wie hier die Symbolik der Rose in einer abstrakten Verwendung findet. Unser Rosenkranz zeigt sich dann als eine kostbare Sammlung der Spiritualität.

Unsere Liebe Frau des Rosenkranzes ist Unsere Liebe Frau der Rosen, weil diese Blumen das ikonographische Symbol des Grußes sind, der der Mutter Gottes entboten wurde. Wir grüßen mit geistigen Blumen. In einer andersgearteten Perspektive bieten Maria und das Jesukind den Rosenkranz ihren Anhängern an.

In seinem „Fest des Rosenkranzes“ (1506) stellt Albrecht Dürer Jesus und Maria dar, wie sie Rosenkränze austeilen. Diese Ikonographie wird durch Medaillons vervollständigt, die die Geheimnisse (freudenreich, schmerzhaft, glorreich) darstellen, zum Beispiel mit zehn oder fünfzig oder 150 Rosen, den Symbolen des Ave Marias, jenem Rhythmus der Betrachtung unserer großen Heilsereignisse. Weil die Marian Library verschiedene Darstellungen dieser Ikonographie selbst bis heute sammelt, nehme ich die Gelegenheit wahr, sie einzuladen, sich an unseren Sammlungen zu erfreuen, wenn sie nach Dayton kommen.

 

 

Die letzte Verwendung der Rose als ein geistiges Symbol ist zeichenhaft, obwohl nicht strikt ikonographisch. Die Rose wurde ein moralisches Kennzeichen, um verschiedene Sprichwörter oder Grundsätze des Lebens zu veranschaulichen. Zum Beispiel: „Das Leben ist wie eine Rose: seine Schönheit verblasst geschwind;“ oder „Wie die Rose unter der Sonne erblüht, werde ich unter den Augen Gottes erblühen.“ Allerdings erblüht die Rose unseres Lebens in einem anderen Kennzeichen unter den Dornen, was die Schmerzen, die schwere Arbeit, die Gottlosigkeit bedeutet; aber Gott bringt Gutes aus dem Elend hervor.

Kehren wir wieder zur universalen Symbolik der Rose zurück. Lassen Sie mich mit einem letzten Wunsch schließen, einem Gebet, das diese kleine Studie zusammenfasst: Möge Gott mit Wohlwollen auf unsere Welt schauen, auf die Rose, die er erschaffen hat, damit sie immer mehr ihre Blütenblätter ausbreiten und ihn so verherrlichen möge, unseren Schöpfer und Vater, in Nachahmung Marias, der Rose von Nazaret, der Magd des Herrn.

 


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