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DER ROSENKRANZ UND DIE LECTIO DIVINA
Dank der Schritte der lectio divina, treten wir in und durch Maria in einen ergiebigen Dialog mit Gott ein. Dieser Dialog hat bildenden
Charakter und ist gleichsam eine hohe Schule der Liebe. Wir lernen, den englischen Gruß an Maria zu verinnerlichen: „Freue dich, o Maria,
voll der Gnade.“ Mit dieser Wiederholung des englischen Grußes genießen wir die Fülle der Botschaft der Gnade und dringen in ihre Tiefen ein.
Wir lassen die Botschaft vom Verstand ins Herz hinabsteigen, denn wenn wir uns so dem Rosenkranz nähern „machen wir für den Herrn den Weg frei,
so dass sie (seine Worte) in unsere Herzen eindringen können und sie mit der Gnade seiner Liebe entflammen“ (Hl. Gregor der Große).
Wir betrachten mit Maria das Antlitz Christi, um „unter der Führung der Gnade der tiefen Wunder der Welt Gottes“ (Hl. Ceasarius von Arles)
wie Maria die Güte Gottes zu erwägen und zu bedenken. Somit werden wir selbst zur unvergänglichen Wohnung der Heiligen Dreifaltigkeit,
die den Geist Christi zur Vollendung des Reiches Gottes ausströmt. „Im Betrachten dieses Angesichtes öffnen wir uns, um das Geheimnis des
dreifaltigen Lebens in uns aufzunehmen und um stets aufs Neue die Liebe des Vaters zu erfahren und die Freude des Heiligen Geistes zu verkosten“ (RVM 9).
Wir sehen immer mehr, dass der Ausruf von Petrus: „Es ist gut für uns, hier zu sein,“ Sinn macht; denn wenn wir den Rosenkranz beten,
sind wir uns sicher, dass Gott unsere Herzen antreibt, und die Worte, die wir aussprechen zum Glaubensbekenntnis werden gemäß seinem Heilsplan,
der uns zu Teil wird in Jesus Christus durch Maria.
Mit dem Rosenkranz wächst und entfaltet sich die Kirche auf dem Weg durch dieses Tal der Tränen, denn Maria ist die Quelle ihrer Kraft und
ihre Inspiration. Täglich begleitet die Jungfrau Maria die Kirche in ihrem Versuch, das Wort Gottes neu zu erfahren, was den Geschmack zur
Kontemplation steigert. Maria hilft uns, alles in Christus zusammenzufassen. Das Prinzip, dass „in Christus alles vollendet wird,“ wird im
Rosenkranz gut zum Ausdruck gebracht. Der Rosenkranz hilft tatsächlich, den Weg zum Licht zu öffnen. Indem sie dem Weg Christi folgen,
der den Weg des Menschen zusammenfasst, offenbart und erlöst, gelangen die Gläubigen von Angesicht zu Angesicht mit dem wahren Menschen,
der durch die Gnade Gottes neu gebildet wurde.
Ein großes Licht wird auf die Geheimnisse ausgestrahlt, wenn wir sorgfältig den Reichtum des Rosenkranzes meditieren. Auf diese Weise wachsen
wir in der Ähnlichkeit zu Christus, dem wahren Gott Menschen. Wie jede andere wichtige Behauptung einer theologischen Wahrheit, so ist auch der
Rosenkranz biblisch fundiert. Da der Heilige Vater sicherlich das einfache Herz nicht verwirren möchte, erklärt er:
Wir sind davon überzeugt, dass die liturgischen Zeiten des Jahreskreises dafür geeignet sind, den Wert, den Sinn und die
vom Heiligen Vater bekundete Rosenkranzverehrung in die Tat umzusetzen.Tatsächlich bieten die liturgischen Zeiten im Jahreskreis
Gelegenheit zur Meditation, zum Zuhören, Verstehen und neuen Bedenken. Welch eine große Chance halten wir in unseren Händen,
wenn wir das Antlitz Christi durch Maria, unsere Gottesmutter, betrachten. Lasst uns nicht diese große Chance der Begegnung
und des Nachdenkens versäumen, was so viele Heilige die „die liebliche Kette der Liebe, die uns mit dem Himmel verbindet“ genannt haben.
In diesen Zeiten der Verwirrung und Unsicherheit ist es wichtig, den Rosenkranz zu beten. Der Rosenkranz verkörpert wahrhaft ein wirksames Mittel,
um unter den Gläubigen das Taufversprechen zu stärken und somit täglich die Zusage an den Grund unserer Erlösung, Christus, den Erlöser und die
Botschaft des Evangeliums der Freude und des Lichtes zu leben.
Vielleicht haben wir Angst davor, den Rosenkranz als eine irgendwie zu marianische Gebetsübung zu fördern, und dennoch ist er der Weg,
um die Zentralität Christi zu entdecken und uns zu Kindern des Vaters in
Christo zu machen. Wie unser Heiliger Vater sagt, ist der Rosenkranz
eine „Frömmigkeitsform, die sich am christologischen Zentrum des christlichen Glaubens orientiert, und zwar in der Weise, dass 'wenn die Mutter
geehrt wird, der Sohn [...] richtig erkannt, geliebt, verherrlicht wird,' eine Verehrung, die an das christologische Zentrum des christlichen
Glaubens gerichtet ist.“ (RVM 4)
Es sollte uns zur heiligen Pflicht werden, die Liebe und den Frieden zu fördern, den dieses Gebet vermitteln will. Er hilft uns,
die Zeichen der Zeit zu erkennen. In der Schule der besten aller Katecheten sitzt das christliche Volk zu Füßen Marias und wird
von ihr angeleitet, die Schönheit des Antlitzes Christi zu betrachten und die Tiefen seiner Liebe zu erfahren. Wir werden als eine
Gemeinschaft des Glaubens zu einer authentischen Schule des Gebetes und sind so fähig, die Welt aus ihrem Innern zu verändern.
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