DAS AVE MARIA

In gewisser Weise fasst das Ave Maria die allgemeinen Gebete der Kirche zu Maria zusammen. Denn dieses Mariengebet war in seiner anfänglichen Form unter den ersten, die in der Kirche verwendet wurden und in seiner vollständigen Form unter den letzten, die bearbeitet wurden. Im 15.Jahrhundert wurden die beiden Teile miteinander verbunden und im 16. Jahrhundert wurde das Ave Maria in seiner endgültigen Form approbiert.

Die beiden Teile des Gebets sind:

1.der evangelische Gruß (vgl. Lukas 1,28 und 42) und

2.das Bittgebet der Kirche. Der erste Teil wurde sehr früh in der Kirche verwendet. Eine Formel der beiden biblischen Grüße, die den ersten Teil ausmachen, finden wir schon in der östlichen Liturgie des Hl. Jakobus von Antiochien und des Hl. Markus von Alexandria, die aus dem fünften oder sogar vierten Jahrhundert stammen dürften, sowie in der Liturgie der abbesinischen Jakobiten und des Rituals des Hl. Severus (538). Außerdem steht dieser erste Teil mit den zusätzlichen Worten „Weil du Christus, den Sohn Gottes, den Erlöser unserer Seelen, empfangen hast“ auch auf einer ägyptischen Topfscherbe aus dem sechsten Jahrhundert. Das Wort Maria wird in einigen Manuskripten der Liturgie des Hl. Jakobus erwähnt und die Worte „Maria, die jungfräuliche Mutter Gottes“ in einigen griechischen Kirchen. Das Ersterscheinen des Grußes in der westlichen Kirche findet sich im Offertorium Antiphon zum Fest der Verkündigung, des Ember Mittwochs im Dezember und des vierten Adventssonntags.

Mithin ist der Rosenkranz ein einfaches Bibel treues Gebet, dessen Bilder, Worte und Bedeutungen aus dem Evangelium genommen sind. Seine Wirksamkeit stammt vom Bündnis Christi mit uns. „Ich will Euch meine Freunde nennen, denn ich will Euch das offenbaren, was ich von meinem Vater empfangen habe.“ Lasst uns unsere Ängste beiseite werfen und geöffnet sein für die Einladung Jesu, in die Tiefe vorzustoßen, so dass der Rosenkranz heute wie in der Vergangenheit eine Antwort auf das menschliche Drama sein möge. Welche bessere Antwort haben wir auf dieses Drama, als dass wir das menschliche, göttliche „Antlitz des barmherzigen Christus“ betrachten? Durch sein öffentliches Auftreten brachte er das Augenlicht den Blinden, Heilung den Kranken, Freude den Betrübten und Licht zu denen, die in der Dunkelheit und im Schatten des Todes waren.

Auszüge aus : “The Greatest Marian Prayers: Their History, Meaning and Usage” von Anthony M. Buono


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