BETRACHTUNG ZU DEN LICHTREICHEN GEHEIMNISSENDas erste lichtreiche Geheimnis: Die Taufe des Herrn im Jordan (Matthäus 3, 13-17)
Die Taufe am Jordan ist das erste lichtreiche Geheimnis. Als Christus in das Wasser stieg, der Unschuldige, der um unseretwillen zur 'Sünde' wurde (vgl. Korinther 5, 21) öffnete sich weit der Himmel und die Stimme des Vaters verkündet ihn als geliebten Sohn (vgl. Matthäus und Parallelen), während der Geist auf ihn herab kommt, um ihm die Sen dung zu übertragen, die er ausführen soll. (Papst Johannes Paul II, Rosarium Virginis Mariae, 21) Das zweite lichtreiche Geheimnis: Die Selbstoffenbarung des Herrn beim Hochzeitsfest zu Kana (Johannes 2, 1-11) Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Muter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte, „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Seine Mutter sagte zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut!“ Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: „Füllt die Krüge mit Wasser!“ Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: „Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist.“ Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: „Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.“ So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Das zweite Geheimnis des Lichtes bezieht sich auf das erste der Zeichen, das in Kana (vgl. Johannes 2, 1-12) volllbracht wurde, als Christus Wasser in Wein verwandelt und die Herzen der Jünger dem Glauben dank des Eingreifens Marias, der ersten aller Glaubenden, öffnet... Die Präsenz Mariens bleibt in diesen Geheimnissen im Hintergrund mit Ausnahme der Hochzeit zu Kana. Die Evangelien geben nur einen knappen Hinweis auf ihre gelegentliche Anwesenheit bei dieser oder jener Predigttätigkeit Jesu (vgl. Markus 3, 31- 35; Johannes 2, 12), und sie geben keinen Hinweis, dass sie beim letzten Abendmahl und bei der Einsetzung der Eucharistie anwesend war. Dennoch begleitet in gewisser Weise die Aufgabe, die sie in Kana angenommen hat, Christus auf seinem ganzen Weg. Die Offenbarung, die unmittelbar vom Vater nach der Taufe am Jordan gemacht und von Johannes dem Täufer wiedergegeben wurde, wird in Kana auf die Lippen Marias gelegt, und es wird der große mütterliche Rat, den Maria an die Kirche aller Zeiten richtet: „Was er euch sagt, das tut!“ (Johannes 2, 5) Dieser Rat ist eine passende Ankündigung der Worte und Zeichen des öffentlichen Wirkens Christi und er bildet den marianischen Hintergrund aller „Geheimnisse des Lichtes.“ (Papst Johannes Paul II, Rosarium Virginis Mariae, 21) Das dritte lichtreiche Geheimnis: Der Herr Jesus verkündet das Kommen des Reiches Gottes (Markus 1, 14-15)
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ Ein weiteres Geheimnis des Lichtes ist die Predigt, mit der Jesus das Kommen des Reiches Gottes ankündigt, zur Bekehrung aufruft (vgl. Markus 1,15) und die Sünden von all denen nachgibt, die sich ihm mit demütigem Vertrauen nähern (vgl. Markus 2,3 – 13; Lukas 7, 47-48): der Beginn des Dienstes des Erbarmens, den er bis zum Ende der Welt auszuüben fortfährt, besonders durch das Sakrament der Versöhnung, das er seiner Kirche anvertraut hat (vgl. Johannes 20, 22- 23). (Papst Johannes Paul II, Rosarium Virginis Mariae, 21)
Das vierte lichtreiche Geheimnis: Die Verklärung unseres Herrn (Lukas 9, 28-36) Etwa acht Tage nach diesen Reden nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes,und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm.Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus im strahlenden Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich,eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke : Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten und erzählten in jenen Tagen niemand davon. Das Geheimnis schildert die Verklärung Jesu, die sich nach der Überlieferung nach auf Berg Tabor ereignet hat. Auf dem Antlitz Christi erstrahlt göttliche Glorie, während der Gottvater ihn vor den verzückten Aposteln bezeugt, damit sie „auf ihn hören“ (vgl. Lukas 9, 35 und Parallelen) und sich darauf einstellen, mit ihm auch die schmerzvollen Augenblicke seiner Passion zu leben, um mit ihm zur Freude der Auferstehung und zu einem im Heiligen Geist verklärten Leben zu gelangen. (Papst Johannes Paul II, Rosarium Virginis Mariae, 21) Das fünfte lichtreiche Geheimnis: Die Einsetzung der Eucharistie (Matthäus 26, 26 –30)
Das letzte Geheimnis des Lichts ist schließlich die Einsetzung der Eucharistie,
in der Christus seinen Leib und sein Blut als Nahrung unter den Zeichen von
Brot und Wein gibt und bis „zum Ende“ seine Liebe der Menschheit (Johannes 13, 1)
erweist, für deren Heil er sich im Opfer darbringt.
(Papst Johannes Paul II, Rosarium Virginis Mariae, 21)
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